Artmontan-Marathon fordert Flexibilität

Fünf Tage, sechs Veranstaltungen, vier Bands und 1500 Gäste in der Kaverne des Pumpspeicherkraftwerks Markersbach. Das braucht fleißige Helfer.

Markersbach.

Es ist das Mammutprogramm der Artmontan-Kulturtage - das Dixieland-Festival zum Auftakt des Konzertjahres: fünf Tage, sechs Veranstaltungen, vier Bands und 1500 Gäste in der Kaverne des Vattenfall-Pumpspeicherkraftwerks Markersbach und jede Menge fleißige Helfer.

Natürlich ist inzwischen vieles Routine, natürlich wissen die Stammkräfte genau, woran sie denken müssen und was alles zu tun ist. Trotzdem ist der reibungslose Ablauf dieses untertägigen Veranstaltungsmarathons keine Selbstverständlichkeit. Die Sicherheitsanweisungen nehmen einen ganzen Ordner ein. Seit einiger Zeit ist es so, dass zwei Bands die ersten drei Konzerte von Mittwoch bis Freitag bestreiten, zwei andere die drei Konzerte von Samstag bis Sonntag spielen. So sorgten zunächst Sunshinebrass sowie Thomas Stelzer & Friends für drei ausverkaufte Veranstaltungen. Am Wochenende waren es dann die Papa Binnes Jazz Band sowie die Musiker um Frontmann Abi Wallenstein. Dazu gehörten Georg Schröter, Marc Breitfelder und Martin Röttger. Letztgenannte überraschten mit einem sehr rockigen Blues. Selbst Titel von ZZ Top und den Rolling Stones gehören zum Repertoire. Rauchig und markig ist die Stimme von Wallenstein. Die Harp-Klänge von Marc Breitfelder unterstreichen diese zusätzlich und fesseln das Publikum. Die Stimmung ist bestens. Bei "Honky Tonk Women" stehen alle Zuhörer und feiern die herausragenden Musiker auf der Bühne.

Die Gäste im untertägigen Saal ahnen kaum, welche logistischen Herausforderungen die Veranstalter für die Konzerte meistern müssen.

"Der Umbau von Freitag auf Samstag ist immer heftig", sagt Uwe Schreier, der Leiter des Kulturbetriebs des Erzgebirgskreises. Dann muss jede Menge Technik bewegt werden. Aber auch die gastronomische Versorgung der Besucher in der Kaverne, die einst als Zwischenlagerstätte für Material während des Baus des Kraftwerks entstand, ist jedes Mal eine Herausforderung. Schließlich bringen die meisten Mitarbeiter keine Erfahrungen aus der Gastronomie mit.

Von der ersten bis zur letzten Minute war Mona Klitzsch mit dabei. Die Assistentin des Betriebsleiters vom Kulturbetrieb tauscht für diese Zeit den Bürojob mit dem Würschteltopf. Mit viel Humor, Kollegialität und Fleiß gehen alle Mitstreiter diese Tage an, sagt Mona Klitzsch: "Es ist etwas anderes. Wir mussten uns alle reinfitzen. Es bedarf schon einiger Logistik, damit alles funktioniert." Schon im Vorfeld hat Klitzsch alle Hände voll zu tun mit Artmontan. Sie ist unter anderem für Hotelbuchung verantwortlich. "Dass sich dort etwas ändert, kommt immer wieder vor", so Uwe Schreier. Seine Assistentin aber bleibe ruhig und behalte den Überblick. Während der Konzerte übernimmt sie den Verkauf der Verpflegung. "Für den Einkauf sind andere zuständig. Das hier unten ist meine Aufgabe", so Klitzsch. Vom Programm bekomme sie relativ wenig mit, dafür sei zu viel zu tun: "Es läuft im Hintergrund wie Radio", sagt die 50-Jährige. Auch wenn die Abendkonzerte immer lang gehen, halte sich ihr Kaffeekonsum im Rahmen. Nach den Konzerten passiere zuhause nicht mehr allzu viel. "Noch ein bisschen Haushalt, lesen, zur Ruhe kommen und dann schlafen gehen - es ist schon anstrengend." Daher ist es durchaus verständlich, dass sich am Sonntag, wenn der letzte Ton verklungen ist, beim Team des Kulturbetriebs Erleichterung breitmacht.


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