Auch für Fleisch gibt's einen Sommelier

Am Samstag war ein Genuss-Fachmann der besonderen Art in der Fleischerei Schramm in Pöhla zu Gast. Beim Zerlegen eines Rindes erklärte er vier Stunden lang die Geheimnisse des gehobenen Geschmacks.

Pöhla.

36 Besucher aus ganz Deutschland bekamen am Samstag in der Fleischerei Schramm erklärt, was man aus einem Rind alles herstellen kann. "Das Tier ist mehr wert als nur Lende und Roastbeef. Viele Leute kennen nur die klassischen Fleischgerichte wie Steak und Roulade. Mit unserer Veranstaltung möchten wir Alternativen aufzeigen", sagt Benjamin Schramm. Er ist gemeinsam mit seinem Vater Rainer Schramm der Geschäftsführer der gleichnamigen Fleischerei in Pöhla.

Der 26-Jährige kennt den Fleischsommelier Christoph Grabowski aus Castrop-Rauxel (Nordrhein-Westfalen) schon seit geraumer Zeit durch das soziale Netzwerk Facebook. Dessen vierstündiger Vortrag trug den Titel "Respekt vor Lebensmitteln". Seine Kernaussage: Fleisch sollte bewusster verzehrt werden, die Menschen müssen vom Massenkonsum mehr Abstand nehmen.

Christoph Grabowski hält im Jahr zwischen 50 und 100 Vorträge in ganz Deutschland, war aber beispielsweise auch schon in Japan zu Gast. Er bildet auch selbst Fleischsommeliers aus. Hauptberuflich ist er als Fleischermeister tätig. "Das Fleischerhandwerk ist für mich ein Kulturgut, das erhalten werden muss. Im Osten gibt es noch sehr viele Fleischer, im Westen leider nur noch sehr wenige", sagt Grabowski. Er erklärte den Gästen des Weiteren, warum Fleisch aus einer Metzgerei in der Regel hochwertiger ist als Fleisch aus einem Supermarkt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein halbes Rind zerlegt und dabei jedes Stück erklärt. Im Anschluss legte Jörg Staron aus Zwickau, einer der bekanntesten Grillmeister Deutschlands, verschiedene Stücke auf den Grill, die verkostet werden konnten. Die Hälfte der Gäste waren Kunden der Fleischerei Schramm, die anderen reisten wegen des Vortrags an. "Wir sind restlos ausgebucht. Aufgrund der großen Nachfrage möchten wir in nächster Zeit des Öfteren solche Vorträge anbieten", sagt Benjamin Schramm.

Die Fleischerei Schramm wurde 1858 gegründet und legt Wert auf Tradition und klassisches Handwerk. Sie bezieht ihr Fleisch von regionalen Bauern. Zum größten Teil arbeiten die Schramms mit überlieferten Rezepten und stellen etwa 75 Wurstsorten pro Jahr her, die sie an die Jahreszeiten anpassen. Besondere Spezialitäten im Sortiment sind das Heritage Angus Beef, das Tomahawk-Steak von der deutschen Färse sowie Argentinisches Roastbeef.

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