Auer Kino bietet für Besucher bald mehr Platz und Komfort

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Im Nickel-Odeon wird die nächsten Wochen gebaut. Warum sich die Betreiber zu der Investition entschlossen haben, auch wenn nicht abzusehen ist, wie es insgesamt mit den Filmhäusern weitergeht.

Aue.

Hendrik Pelzer ist überzeugt, dass die Umbauarbeiten im Auer Kino Nickel-Odeon am 26. März beendet sein werden. Begonnen haben sie vor wenigen Tagen. Der Betreiber des Kinos hat einen exakten Plan für die Reihenfolge der Arbeiten ausgearbeitet. Ausgeführt werden sie von den Mitarbeitern der Deutsche Theaterbau GmbH Thalheim, deren Chef Pelzer ist.

Alle vier Säle werden umgestaltet und was Komfort, Bild und Ton betrifft, auf den neuesten Stand gebracht. "Wir nutzen jetzt die Zeit, wo das Kino geschlossen bleiben muss, und renovieren alle Säle auf einmal", sagt Pelzer. Die Gesamtinvestition liegt bei rund 400.000 Euro, mit dem bereits 2020 genehmigten Umbau-Konzept gab es auch eine Förderung. Die Entscheidung, so viel Geld in die Hand zu nehmen, sei nicht leicht gewesen, so der Kinobetreiber. Zumal keiner in der Branche wisse, wie es weiter geht. "Wir alle haben extrem gelitten", sagt Pelzer. Dennoch glaube man an den Standort Aue und an das Modell Kino.

Bereits im Januar hatte der Kinobetreiber in den sozialen Netzwerken die insgesamt 470 alten Stühle in den Sälen zum Ausbau freigegeben. "Die Nachfrage war überwältigend", sagt Klara Pelzer, die an zwei Tagen in Aue die Aktion managte. Die Stühle gab es gratis. Zeitlich getaktet und immer nur einzeln durfte man sie sich in Aue abholen. Innerhalb von zwei Tagen waren alle weg.

Die Tatsache, dass das Kino neue Stühle braucht, ist auch dem Anliegen geschuldet, dass die Gäste in Zukunft mehr Platz und mehr Komfort haben sollen. Der Abstand zum Nachbarn wird größer, es wird Ablageflächen für Snacks geben. Einher geht damit, dass die Zahl der Plätze in den Kinos weniger wird. In einem der kleineren Säle beispielsweise reduziert sich die Platzanzahl von 70 auf 29. Im großen Saal wird auf die - unbeliebte - erste Reihe vorn ganz verzichtet, stattdessen wird dort eine Art Fußablage eingebaut.

Bei den technischen Neuerungen legt der Betreiber besonders viel Wert auf den Ton. Ein Spezialist aus der Schweiz baut ein System ein, bei dem sieben Kanäle einzeln angesteuert werden können. Der Ton passt damit genau auf das, was auf der Leinwand zu sehen ist. In allen Sälen werden zudem die Böden und Wandbespannungen erneuert und neue Lichtsysteme auf LED-Basis eingebaut. Hendrik Pelzer versichert aber: "Wir wollen keinen Luxustempel daraus machen, sondern das Kinoerlebnis für jeden Einzelnen verbessern." Dass sich das immer noch vom "Heimkino" abhebt, sieht er als Garant dafür, dass das Kino auch eine Zukunft hat.

Für das Jahr 2020 kann Pelzer auf acht Monate Betrieb verweisen. Nach dem ersten Lockdown seien die Besucherzahlen zunächst noch "grottenschlecht" gewesen, weil es keine guten Filme gab, die man hätte zeigen können. In den Sommerferien sei die Situation schon wieder etwas besser gewesen, bevor es im November schon in den nächsten Lockdown ging. "Wir werden mit dem Kino keine Gewinne erzielen, wichtig ist, dass es sich trägt", sagt der Chef der Theaterbau GmbH. Auch in der jetzt schwierigen Situation habe man niemandem kündigen müssen. "Wir können mit der alten Besetzung wieder an den Start gehen", blickt Pelzer voraus. Die Preise für die Kinokarten sollen die gleichen bleiben.

Pelzer hatte das Nickel-Odeon im Juli 2019 übernommen. Schon damals hatte er Umbauarbeiten angekündigt. 20 Jahre sei in dem Haus, das der Nickelhütte Aue gehört, nichts Grundlegendes gemacht worden. Im laufenden Betrieb hätte man immer nur einen Saal nach dem anderen renovieren können. Dass jetzt alles komplett erneuert wird, ist das Gute, das Hendrik und Klara Pelzer der von Corona aufgezwungenen Schließung abgewinnen können.

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