Auer kocht nun seine eigenen Süppchen

Viele Feldküchen in der Region sind inzwischen wieder geschlossen. Jan Krings dagegen will diese Tradition mit Rezepten seiner Großmutter am Leben erhalten.

Aue.

Seine eigene Feldküche hat Jan Krings erst vor ein paar Wochen eröffnet. An der Schneeberger Straße 108 in Aue gibt es bei ihm ungarischen Kesselgulasch. Wöchentlich wechselnd bietet er noch Linsensuppe, Kartoffelsuppe oder Soljanka an. An heißen Tagen bereitet er zudem eine kalte Gurkensuppe zu. "Die Rezepte stammen von meiner Großmutter und von meiner Freundin, das Kochen habe ich von meiner Mutter gelernt", sagt der 43-Jährige.

Für den kleinen Hunger hält er noch Bockwurst und Wiener Würstchen bereit, zur Erfrischung alkoholfreie Getränke. Das Angebot will er entsprechend der Anfragen erweitern. Für die kalte Jahreszeit plant er, demnächst einen Heizpilz anzuschaffen. "Ich koche immer für zwei Tage im Voraus. Das mache ich entweder vor Arbeitsbeginn oder nach Feierabend", erklärt Jan Krings.

Für die Suppen bietet er Rabattkarten an, jede Elfte ist kostenlos. Obwohl seine Feldküche noch gar nicht so lange geöffnet hat, hat sich bereits nach kurzer Zeit ein kleiner Kundenstamm aufgebaut.

Bis Ende Mai war der Auer als Gebäudereiniger tätig. Bei einem Ausflug mit seiner Familie nach Johanngeorgenstadt bemerkte er, dass eine Feldküche in Erla zugemacht hatte. Der Besitzer hatte diese nach mehr als 20 Jahren aus Altersgründen geschlossen. "Dabei ist mir die Idee gekommen, eine eigene Feldküche zu eröffnen", berichtet Krings und ergänzt: "Da mir der Job als Gebäudereiniger nicht lag, wollte ich einfach mal etwas Neues ausprobieren."

Als er schließlich im Internet auf ein Inserat aus Schwarzenberg aufmerksam wurde, vereinbarte er einen Besichtigungstermin und kaufte die Feldküche. Jene stammt aus dem Jahr 1988 und ist eine der letzten großen Feldküchen, die für die Nationale Volksarmee gebaut wurden.

Bis vor wenigen Jahren gab es eine Feldküche in Bad Schlema, allerdings existiert diese nicht mehr. Somit ist die neue Feldküche von Jan Krings die Einzige in der Großen Kreisstadt, wodurch der 43-Jährige ein Stück weit eine Tradition bewahrt. Laut Industrie- und Handelskammer Chemnitz gibt es mittlerweile nur noch 51 Gastronomiebetriebe in Aue, 2013 waren es noch 67. Dieser Trend zeigt sich ebenso im gesamten Erzgebirgskreis. Während es 2018 nur noch 670 Gastronomiebetriebe gab, waren es 2008 noch 847. Geöffnet ist die Feldküche von Jan Krings von Montag bis Samstag jeweils von 11 bis 16 Uhr.

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