Auf dem Auer Altmarkt geht es wieder um die Wurst

Rico Homscheid verkauft seit kurzem im Zentrum Wiener und Co. Er tritt in die Fußstapfen von Renate Lenk, die das 18 Jahre lang machte.

Aue/Schönheide.

Heiß und knackig müssen sie sein, die Würstchen vom Auer Altmarkt. Das sind sie nach wie vor. Seit einigen Wochen baut Rico Homscheid dreimal pro Woche im Herzen der Stadt seinen Arbeitsplatz auf - dienstags, donnerstags und freitags. Schon am ersten Tag konnten fast alle Passanten etwas mit dem 54-Jährigen anfangen. Er ist der Nachfolger von Aues ungekrönter Würstchenkönigin Renate Lenk, die im Sommer nach 18 Jahren in den Ruhestand ging.

Ihr Nachfolger bereut den Schritt an den Würstchen-Stand nicht. "Ich habe das Equipment von Renate Lenk übernommen", so der Erzgebirger, der das Snack-Geschäft kennt. Ist er doch 15 Jahre lang mit der Gulaschkanone im oberen Erzgebirge und Vogtland auf Achse gewesen. Danach war eine längere Zeit krank und bezieht wegen Erwerbsunfähigkeit eine kleine EU-Rente. "Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel", sagt Homscheid - und verdient deshalb mit dem Imbiss auf dem Auer Altmarkt ein paar Euro dazu.

Das Sortiment hat er leicht verändert. Knoblauchwurst und Brühpolnische gibt es nicht mehr. "Weil es nicht lief." Dafür bekommen Kunden nach wie vor Wiener Würstchen, Käsebeißer und -knacker sowie die beliebte Bockwurst oder eine Rauchwurst. Das alles zu Preisen zwischen 1,80 und 2,80 Euro. Letztere musste Homscheid ein wenig anheben. "Es wird einfach alles teurer - die Brötchen, die Würste. Da ging es nicht anders." Er bezieht die Ware vom gleichen Händler wie einst Renate Lenk. "Das schätzen die Leute sehr." So wissen sie genau, was sie in der Mittagspause oder als Snack zwischendurch bekommen. Neu sind die Ketchup- und Senfspender, mit denen sich jeder selbst die gewünschte Menge auf die Wurst portionieren kann. "Das kommt gut an", sagt der Schönheider, der vor der Übernahme des Stands ein paar Tage bei Renate Lenk hospitiert hat. "Aus der Kalten heraus hätte ich es nicht gemacht. Aber so wusste ich, auf was ich mich einlasse." Ein freundliches Wort hat er wie seine Vorgängerin für jeden, der bei ihm ein Würstchen bestellt. "Das macht es ja auch mit aus."

Nur eine Sorge hat er. Aufgrund seiner Gehbehinderung ist der Aufbau des Stands und der Weg zum Auto sehr beschwerlich für ihn. "Ich muss das ja alles allein hin- und hertragen", so der 54-Jährige. In der Nähe habe er für sich bisher noch keinen Parkplatz gefunden. "Es wäre schön, wenn sich da vielleicht noch etwas ergibt", sagt der Schönheider. Ob er wie Renate Lenk 18 Jahr durchhält? Da winkt er ab und schmunzelt. "Ich fange ja erst an. Und hatte bisher auch mit dem Wetter Glück." Alles andere müsse sich zeigen. Die Kunden jedenfalls sind auch ihm treu. "Darüber freue ich mich natürlich sehr."

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