Bau der Rechenhausbrücke trifft Bockauer

Das Projekt hat das Dorf für ein Jahr von der Außenwelt abgeschnitten. Nun ist Besserung in Sicht. Aber nicht für alle. Große Themen im kleinen Ort sind 2019 zudem die Kommunalwahl und der Abschluss der Nachwehen der Flut 2013.

Bockau.

Ein Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit liegt nun hinter Bockau. "Es war eine Ausnahmesituation, die viele belastet hat", sagt Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos). Aufgrund des Neubaus der Rechenhausbrücke war das Laborantendorf eingekesselt. Die Schneeberger Straße - ohnehin sehr eng - erwies sich als Nadelöhr und kostete Anwohner wie Autofahrer Nerven. "Das entspannt sich jetzt zum Glück merklich", sagt der Ortschef. Allerdings nur bedingt.

Die Bewohner der auf einer Anhöhe gelegenen Muldentalsiedlung am Ortseingang müssen sich ab März auf verschärfte Bedingungen einstellen. Baumann: "Im Zuge des Baufortschritts wird die vordere Zufahrt ins Wohngebiet gesperrt sein." Stützmauer und Wasserleitungen werden im Bereich, der nach Aue führt, gebaut und verlegt. "Eine Ampel regelt den Verkehr ." Die Bewohner der Muldentalsiedlung kommen von ihrem Berg aber nicht mehr runter und müssen die hintere Behelfs-Zufahrt nutzen. Im schlimmsten Fall würde das bedeuten, dass der Weg zum Einkaufen im Ortskern über Aue oder Lauter führt. "Das ist natürlich keinem zuzumuten", so Baumann. Daher suche man nach einer Lösung. "Es wird wohl eine Umleitung über den Bahnmeistersteig oder Heuweg her."

Ansonsten fließe seit einigen Wochen der Verkehr wieder Richtung Albernau und Blauenthal. Eine große Erleichterung. "Das Gröbste haben wir wohl überstanden", hofft der Bürgermeister, der die Baubetriebe lobt. "Sie sind ein halbes Jahr eher dran. Das ist schon beachtlich." So weit wie jetzt wollte man erst Mitte des Jahres sein. "Aber sie haben Dampf gemacht."

Wie vorgesehen laufen parallel dazu in Bockau die Maßnahmen zum Hochwasserschutz infolge der Flut 2013, die enorme Schäden angerichtet hatte. Ging man zunächst von 1,5 Millionen und später um die drei Millionen Euro aus, weist die Schadensbilanz inzwischen einen Betrag von 4,5 Millionen Euro aus, die in 42 Projekte investiert werden. "Der Schwerpunkt liegt dabei entlang des Dorfbachs, den wir von unten nach oben sanieren", erklärt Baumann. Grund für die gestiegenen Kosten sind zum einen die höheren Baupreise. Zum anderen ergeben sich während der Maßnahmen teils Nachbesserungen, die vorher nicht ersichtlich waren. "Dafür haben wir einen Projektkoordinator, der das kontrolliert, und auf den wir uns verlassen können." Zudem müssen Laichzeiten eingehalten werden, in denen der Bau am Bach ruht. Finanziell ist das Thema Hochwasser eine Mammutaufgabe für Bockau als 2400-Seelen-Gemeinde. "Der Verwaltungsaufwand für das Bearbeiten der Fördermittelbescheide ist riesig." So müssen Rechnungen vorfinanziert werden, ehe sie der Fördermittelgeber auszahlt. "Und vor allem die Zeit bis zum abschließenden Verwendungsnachweis ist hart." Bis diese Kontrolle nicht erledigt ist, bleiben 20 Prozent einbehalten. "Diese Überbrückungen regeln wir über Kassenkredite." Mitte des Jahres soll alles Geschichte sein. Nur für eine Maßnahme ist eine Verlängerung bis 2020 beantragt.

Nicht in die Verlängerung geht indes der Gemeinderat in seiner derzeitigen Form. Im Mai stehen Wahlen an - und Baumann, gewählt als ehrenamtlicher Bürgermeister bis 2020, betont, dass das Laborantendorf eigenständig bleiben will. "Der Fusionshype ist vorbei. Wir sind in der Verwaltungsgemeinschaft mit Zschorlau gut aufgehoben." Klar gebe es hier und da Reibereien. "Aber wir behalten unsere Identität." Zwei Verwaltungskräfte und zwei Bauhofmitarbeiter sowie der Bürgermeister schmeißen das Tagesgeschäft im Ort. "Die anderen Sachen erfolgen über Austausch mit der Zschorlauer Verwaltung."

Die Wahl sei die große Chance, das Gremium aufzufüllen, das durch Wegzug und Rücktritte aufs Minimum von zehn Räten plus Bürgermeister schmolz. "13 Räte wären möglich. Ich hoffe, es finden sich engagierte Einwohner, die sich aktiv einbringen wollen."

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