Baustelle statt Wellness-Oase

Die Corona-Krise trifft die Badegärten Eibenstock hart. Genutzt wird die Zeit der Zwangsschließung indes, um künftig noch attraktiver zu sein.

Eibenstock.

Die Badegärten Eibenstock sind bekannt dafür, bei den Saunen die ganze Welt ins Erzgebirge zu holen. Diesen Weg geht die Wellness-Oase auch beim Bau der fünf Ferienhäuser im Außengelände. Urig muten sie an, die Blockhäuser. Es entstehen zwei Doppelhäuser und ein einzelnes Gebäude. "Die Balken aus sibirischer Kiefer kommen direkt aus Russland. Alles ist Handarbeit", erklärt der Badegärten-Geschäftsführer Hendrik Pötter.

Ein Ferienhaus wird ein ganz besonderer Hingucker. Noch lässt sich nur erahnen, wie es fertig aussieht. Pötter: "In Russland gibt es Windmühlen, die auf einem Sockel am Fluss stehen. In ihnen wurde Getreide gemahlen. Das war die Grundidee." Das Gebäude soll allerdings keine Windmühle, sondern eine Wassermühle werden und steht unmittelbar am Badesee. Noch wird fleißig gewerkelt. "Den Rohbau werden wir schaffen", da ist sich der Geschäftsführer sicher. Doch dann: "Wenn durch die Schließung der Badegärten kein Geld mehr reinkommt, ist auch mit dem Bau irgendwann Schluss." Die Investition für die Ferienhäuser liege bei rund einer Million Euro. Das Unternehmen stemmt alles selbst. Eine Hälfte sind Eigenmittel, die andere ist über Kreditmittel abgesichert. Die Corona-Krise trifft die Badegärten hart. Von den 80 Beschäftigten ist das Gros in Kurzarbeit. Nur die Mitarbeiter, die die Technik betreuen, das Personal der Buchhaltung und einige, die bei den Außenarbeiten mitwirken, sind noch tätig. Bleibe alles so, könne man das Ganze bis Juli, eventuell bis August am Laufen halten, sagt Pötter. "Lüftung und Wasseraufbereitung laufen weiter. Das ist quasi wie ein Atomkraftwerk, das kann man auch nicht ohne Weiteres abschalten. Lassen wir das Wasser raus und die Rohre und die Pumpen sind dann ein Vierteljahr trocken, können wir alles entsorgen." Aktuell werde geprüft, was an Corona-Hilfen in Frage kommt.

Pro Jahr pilgerten bisher zwischen 180.000 und 185.000 Gäste nach Eibenstock. Am Tag werden laut Pötter 400 bis 450 Besucher benötigt, damit sich der Betrieb rechnet. Für den Fall, dass man wieder öffnen darf, wird überlegt, wie das Ganze zu gestalten ist. "Im Wasser kann eigentlich nichts passieren. Gegen Chlor haben Viren keine Chance, und in den Saunen überlebt bei 110 Grad auch kein Virus", sagt Pötter. "Das Problem sind die Bereiche, in denen Kontakt zwischen Menschen da ist, unter anderem an der Kasse, aber da könnte man Vorsichtsmaßnahmen treffen." Schwierig werde es im Gastronomie-Bereich. Was die Saunen angeht, so denke man über eine Begrenzung nach. "Wir überlegen auch, ob wir die große Event-Sauna dann permanent betreiben. Da drin würden sich die Leute verteilen."

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