Bei der Hitze gehen selbst Katzen baden

Die Menschen stöhnen wegen der anhaltenden Wärme. Nach kurzem Regenschauer sind nun weitere heiße Tage angekündigt. Wie sich die Region die heiß begehrte Abkühlung verschafft.

Aue/Schwarzenberg.

Eine Woche echter Hitze ist bereits überstanden, doch noch sind ihre Tage nicht gezählt. Auch in der kommenden Woche wird trotz gelegentlicher Regenschauer mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius gerechnet. Das Wetter lässt sich bekanntlich nicht ändern, Klagen hilft nichts. Die Frage ist doch, wie mit anhaltender Trockenheit und Wärme umgegangen wird und welche Lösungen gefunden werden. Hier einige Beispiele.

Im Tierpark: Beschäftigung und Abkühlung gleichermaßen bedeutet es, wenn Affen und Schweine im Auer Zoo der Minis Eisbomben serviert bekommen. Überhaupt wird das Futter laut Tierparkchefin Bärbel Schroller auf Frischkost umgestellt. Außerdem wird darauf geachtet, dass es in den Gehegen und Anlagen schattige Plätze gibt, wohin sich die Tiere zurückziehen können. Für Schweine, Emus und Alpakas wird der Schlauch ausgerollt, sie bekommen hin und wieder eine Dusche. Viele Tiere wie Papageien, Tauben, Greifvögel, Eulen und Servale haben eine Bademöglichkeit, das Wasser wird mindestens zweimal täglich gewechselt.

Im Natur- und Wildpark Waschleithe wird die doppelte Menge Trinkwasser gebraucht. Der fehlende Regen macht Tierparkchef Jochen Gerlach allerdings Sorgen. Denn das Grünfutter wächst deshalb nicht nach. "Geht es so weiter, müssen wir unsere Reserven für den Winter angreifen." Positiv: Die Gehege bieten allen Tieren Schatten.

Im Kurpark: Stress bedeutet die Hitze nicht nur für Mensch und Tier, sondern auch für Pflanzen. Deshalb sind zum Beispiel die Gärtner im Kurpark von Bad Schlema besonders gefordert. In den vergangenen Tagen ist ein alter Wasserwagen reaktiviert worden, um in der Grünanlage Büsche, Sträucher und Bäume vor dem Vertrocknen zu retten, wie Claudia Küttner von der Kurgesellschaft berichtet. "Eine Bewässerung ist bei uns normalerweise gar nicht vorgesehen. Aber schon jetzt sind einige Bäume und Büsche ohne Laub", erklärt sie. Mit der Bewässerung will man versuchen, größere Schäden an den Pflanzen zu verhindern.

Übrigens hat die Hitzewelle für die Gärtner der Kuranlage auch eine Sonnenseite: Sie sparen im Moment viel Zeit, weil die großen Wiesen im Kurpark nicht mehr gemäht werden müssen. "Bei der Wärme wächst einfach nichts", sagt Küttner.

An den Straßen: Dass die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs in Aue im Sommer die Blumen gießen müssen, ist üblich. Neu allerdings ist, dass sich auch die Bäume über eine kühle Dusche freuen dürfen. "Der Leiter unseres Betriebshofs, Martin Wabnik, ist Landschaftsgärtner", sagt Pressesprecherin Jana Hecker. "Auf seine Einschätzung können wir uns hundertprozentig verlassen." Und jener Martin Wabnik schätzt ein, dass vor allem Jungbäume derzeit gegossen werden müssen. Zum Einsatz kommen laut Betriebshofleiter Kanalspülgerät, Kehrmaschinen und zwei Niederdruckanlagen. "Wir fangen relativ früh am Tag damit an - weit vor 7 Uhr", sagt Wabnik. Zum einen umgehe man so einen Verkehrskonflikt, zum anderen sei es auch für die Pflanzen besser. Zwar habe nicht jeder Anwohner Verständnis. Denn die eingesetzten Geräte sind nicht gerade leise. "Das lässt sich aber nicht ändern", räumt Wabnik ein. Ein Schwerpunkt bleibt die Wässerung von Kübelpflanzen. Für blühende Auer Landschaften wird zudem das Stadtwappen auf dem Bahnhofsvorplatz täglich gewässert.

Dass auch Gehölze mit Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz versorgt werden müssen, sei der anhaltenden Trockenheit und der Hitze geschuldet. Anders als beim Winterdienst, der eine Pflichtaufgabe ist, handelt es sich bei der Pflege des Grüns in der Stadt um eine freiwillige Leistung. Die Wasserkosten seien im Vergleich zur Arbeitszeit und zu den Arbeitskräften, die dafür benötigt werden, eher gering. Deshalb konzentriert sich das Bauhofteam auf die wesentlichen Dinge. "Rasen würden wir nicht wässern - der erholt sich in der Regel. Notfalls muss nachgesät werden."

In Wohnungen: Die Menschen in der Region setzen gegen die Hitze offenbar verstärkt auf Klimaanlagen. So sind die teuersten Klimaanlagen im Medimax in Schwarzenberg am Donnerstagabend vorübergehend ausverkauft gewesen. Auf Nachfrage berichtete Verkäuferin Natalie Günther, Klimageräte würden derzeit sogar mehr verkauft als Ventilatoren. Zur Kühlung bieten die Medimax-Filialen in Aue und Schwarzenberg, als regional größte Elektronik-Märkte, Ventilatoren von 20 bis 60 Euro und Klimaanlagen für 300 oder 400 Euro. Eigentlich kommen derzeit nur wenige Kunden zum Elektronik-Einkauf. "Viele sind wohl im Urlaub oder verbringen ihre Zeit im Freibad oder Garten", vermutet Natalie Günther. Wer doch nach Elektrogeräten suche, habe es meist auf die inzwischen "recht sparsamen" Klimaanlagen abgesehen. Das bestätigt Mandy Heinig aus der Auer Filiale. "Vermutlich stellen die Kunden die Geräte oft ins Schlafzimmer", sagt sie. Die Medimax-Mitarbeiter in Aue verschaffen sich selbst übrigens mit Ventilatoren Kühlung. (ike/juef/klin/tlie)

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