Beim OB von Aue-Bad Schlema schwindet die Hoffnung auf eine Impf-Außenstelle in der Region

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An der Impfstrategie für den Kreis gibt es Kritik. Ein Politiker aus Aue-Bad Schlema fragt: Warum wird die Priorität nicht wie im Vogtland aufgehoben? Der Stadtchef sieht derweil nur noch geringe Chancen für ein zweites Zentrum.

Aue/Schwarzenberg.

Auf die Pressekonferenz zur Impfsituation im Kreis haben kürzlich viele Erzgebirger gespannt geblickt. Manch einer fragte sich: Wird die Impfpriorität nun ähnlich wie im Vogtland für alle aufgehoben? Am Ende kam es anders: Die Landesregierung kündigte zusätzliche 10.000 Dosen und Impfen bis Mitternacht im Impfzentrum in Annaberg an. Zu wenig, findet Tobias Andrä. Er ist Stadtrat für die Auer Liste in Aue-Bad Schlema und spricht jetzt von einer "wenig durchdachten Hauruckaktion".

Stichwort: zweites Impfzentrum. Eine Außenstelle für das Westerzgebirge hatte der Stadtrat Aue-Bad Schlema bereits Ende 2020 gefordert- passiert ist da nichts. Andrä fragt: "Aus welchen Gründen erhält der Kreis im Gegensatz zum viel kleineren Vogtland kein zweites Zentrum?" Statt in Annaberg bis 0 Uhr zu impfen, sollten die zusätzlichen Dosen einer Außenstelle zur Verfügung gestellt werden. Zumal die Öffnungszeiten nicht zur "suboptimalen ÖPNV-Anbindung der Impfstelle" passten. Andrä: "Wie kommt ein Senior 0.15 Uhr mit dem Bus zurück nach Schönheide?" Und da sei die Frage, wie sich spätes Impfen und Ausgangssperre vertragen.

Kritik übt der Auer auch daran, dass die Impfpriorität im Erzgebirge nicht aufgehoben wurde. Das hätte unbürokratisches Immunisieren ermöglicht. Eine "nachhaltige Dynamik bei der Impfkampagne" werde verhindert. Mit Blick auf das Aufheben der Priorisierung in den Praxen ab Montag sagt Andrä aber: "Eigentlich ist der Drops jetzt gelutscht."

Das Sozialministerium nennt die Bitte um das Aufheben der Impfpriorisierung in der Region "nachvollziehbar". Allerdings habe sich seit der damaligen Ausnahmeentscheidung für das Vogtland die Sachlage erheblich verändert. So ist Tschechien etwa seit dem 1. Mai kein Hochinzidenzgebiet mehr. Auch dass Hausärzte nun in Größenordnung impfen, führt ein Sprecher an. Die MVZ in den Grenzregionen, so am Kliniken Aue, hätten in der Vergangenheit außerdem extra Impfstoff erhalten. "Zudem wurden rund 160 Arztpraxen in den Kreisen Erzgebirge, Görlitz und Sächsische Schweiz mit 50.000 Dosen beliefert." Zur Frage nach weiteren Impfzentren heißt es, dass temporäre Impfzentren möglich seien, aber "abhängig von Ressourcen" durch den Kreis koordiniert würden. Und das Impfen bis 0Uhr? Es sei ein triftiger Ausnahmegrund von der Ausgangssperre.

Der Oberbürgermeister von Aue-Bad Schlema, Heinrich Kohl (CDU) hat die Hoffnung auf eine Impf-Außenstelle derweil fast aufgeben. Das Bemühen darum habe sich "wohl erledigt", sagt er, wenn die Impfzentren Ende Juli alle geschlossen werden sollten. Dass eine Außenstelle sehr wohl funktionieren kann, zeige die aktuelle Impfaktion im Kulturhaus Aktivist. Neuen Bedarf für eine Außenstelle gebe es vielleicht, wenn im Herbst die dritte Spritze komme, also Impfungen aufgefrischt werden müssen. Dann müsse das Impfzentrum aber besser erreichbar sein. Jenes in Annaberg, so Kohl, sei für die meisten Erzgebirger "unzweckmäßig gelegen": "Ich war diese Woche als über 60-Jähriger selbst zur Impfung in Annaberg. Da waren so viele Baustellen. Puh."

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    2
    ASZ
    18.05.2021

    Ist echt traurig, dass es kein zweites Zentrum gibt, wo anders gibt es viel kleinere Kreise und da gibt es auch ein Impfzentrum. Wir haben für 3 Altkreise nur eines und wegen Organisationsversagen der Impfportalbetriber klappt das Anmelden auch nur sehr mühsam. Habe da gebeten, dass an die Vorgesetzten weiterzugeben, da würde mir nur gesagt, das die das auch nicht beeinflussen könnten und eine Stelle für Meldung von Verbesserungsvedarf gäbe es nicht.... ist das nicht Organisationsversagen? Jedes eibigemassen größeres Unternehmen hat ein QM System... Warum ist das bei so einer wichtigen Einrichtung nicht vorhanden????