Beim Thema Pflaster beißen Sosaer auf Granit

Die Straße Dürrer Berg im Ort wird gebaut. Viele Anwohner sind mit der Gestaltung unzufrieden. Gibt es Chancen auf Änderung?

Eibenstock/Sosa.

Enttäuscht haben die Sosaer, die zur Bürgerfragestunde in der Stadtratssitzung ihrem Ärger über den Straßenbau vor ihrer Haustür Luft gemacht hatten, den Ratssaal verlassen. Denn Bürgermeister Uwe Staab (CDU) hatte ihnen klar gemacht, dass wenig Chancen bestehen würden, etwas an der Bauausführung zu ändern. Mit den bereits begonnenen Bauarbeiten soll die Straße auf 3 bis 3,50 Meter Breite in der Mitte asphaltiert werden und jeweils am Rand Streifen aus Pflaster bekommen. Zudem werde die Straße als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Die Stadt verspricht sich davon eine Verkehrsberuhigung und bleibt bei ihrem Standpunkt, damit etwas Gutes für die Bürger zu tun.

Die sehen das allerdings anders. Rainer Springer, Grit Hummel und weitere am Donnerstag anwesende Sosaer befürchten eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Unter anderem werden die beim Pflaster lauteren Abrollgeräusche der Fahrzeuge und Erschütterungen von den Kritikern ins Feld geführt. Das Pflaster würde zudem Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, behindern. Das habe nichts mit der versprochenen Barrierefreiheit zu tun, hieß es. Rainer Springer beruft sich auf eine Umfrage unter Anwohnern. Demnach hätten sich 90 Prozent der Befragten gegen die Gestaltungsvariante mit Pflaster ausgesprochen. "Unpraktisch", "ohne Sinn", "das haben wir uns nicht gewünscht", formulierten es die Sosaer. Ein Bürger bat den Stadtrat und die Verwaltung mehrfach und eindringlich, ob nicht noch einmal eine Abänderung der Baupläne möglich wäre.

Staab versprach, über die Bauausführung noch einmal intern in der Verwaltung beraten zu wollen. "Wir werden prüfen, ob wir mit unserer Entscheidung Bürgerbelange verletzt haben." Gleichwohl machte er darauf aufmerksam, dass man einen Rechtsstreit riskiere, denn schließlich seien die Bauarbeiten in der geplanten Form an eine Firma vergeben. Eine neue Planung, ein neuer Fördermittelantrag und neue Stellungnahmen der Beteiligten wären bei einer Abänderung notwendig.

Das sei nicht nur aufwändig, sondern würde auch die Förderung an sich in Frage stellen. "Mich macht es traurig, dass die Behauptung aufgestellt wird, dass sich die Lebensqualität der Anwohner verschlechtern würde. Es wird von einigen ein Horrorszenario entwickelt, mit dem weitere verunsichert werden", sagte Staab auf Nachfrage. Er ist überzeugt davon, dass die Gestaltung der Straße, so wie sie jetzt geplant ist, zur Verkehrsberuhigung beiträgt. Er stimmt den Kritikern in dem Punkt zu, dass die Abrollgeräusche auf Pflaster lauter sind. Doch seiner Ansicht nach würde sich der Verkehr zu 80 Prozent auf Asphalt abspielen.

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