Bergführer vermitteln zu Hüttentagen Weg des Erzes

Weil es dieser Tage so heiß ist, blieb der Ofen am Schaubergwerk in Waschleithe aus. Interessierte Gäste kamen trotzdem.

Waschleithe.

Um die Presse, die zum Weg des Erzes am Schaubergwerk Herkules-Frisch-Glück in Waschleithe gehört, steht eine kleine Feriengruppe. Die acht Jungs hören Bergführer Gert Kretschmar genau zu. Die Presse, in der der Fürstenberger geprägt werden kann, ist die letzte der vier Stationen des Erlebnisbereiches. Jerome darf als Erster ran. Er legt einen Rohling, den die Besucher für einen Euro erwerben können, unter die Presse und dreht diese mit viel Kraft zu. Mit Stolz präsentiert Jerome seinen Fürstenberger. Weitere Jungs schließen sich an.

"Wir kommen aus Münster und machen mit den Jungs derzeit Urlaub in Stützengrün", sagt Birgit Kreimeyer. Ganz gezielt habe man Waschleithe angesteuert, weil man sich aktuell auf Traditionssuche begebe. "Wir wollen das Handwerk kennen lernen - so wie es damals betrieben wurde und wie es heute gepflegt wird."


In Waschleithe war die Gruppe gestern gut aufgehoben. Denn sie konnte nicht nur das Bergwerk besuchen, sondern sich auch über die Weiterverarbeitung des Erzes informieren, denn zu den Fürstenberger Hüttentagen wird der Weg des Erzes nach seinem Abbau nachgezeichnet. "Viele wissen ja gar nicht, dass das Erz im Gestein gebunden nach übertage transportiert wurde", sagt Gert Kretschmar. Wenn es schlecht gelaufen sei, konnten bei der Verhütung aus einer Tonne Gestein zwei bis fünf Kilogramm Erz gewonnen werden. "Die erste Station ist deshalb das Pochwerk", so Kretschmar. In diesem wurde das Gestein zerkleinert, das Erz ausgelöst. In Waschleithe steht das Modell eines Pochwerks. Anschließend sei das Erz in die Erzwäsche gegangen und wurde schließlich im Rennofen zum Schmelzen gebracht. Weil es in den vergangenen Tagen so heiß war, durften die Mitarbeiter des Schaubergwerks den Rennofen diesmal nicht anheizen.

"Im Sommer kommt es immer mal vor, dass wir den Ofen aufgrund der Waldbrandgefahr nicht anheizen können. Fast alle Gäste sind da sehr verständnisvoll", so Gert Kretschmar, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet und sich noch ehrenamtlich im Schaubergwerk engagiert. "Wir sind aktuell nur noch vier Leute. Zu den Fürstenberger Hüttentagen brauchen wir aber mindestens drei Bergführer", so Kretschmar.

Der Zuspruch gibt dem Konzept recht. Gerade gestern sei deutlich das Interesse zu spüren gewesen. Mehr als 20 Interessierte haben schon an der ersten Führung ins Bergwerk und auf dem Weg des Erzes teilgenommen, etwa genauso viele waren es bei der zweiten Tour. Und 25 Leute hatten für die dritte Führung bereits vorbestellt.

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