Bergstadt Schneeberg will jetzt als Kreativstadt punkten

Der Bürgermeister arbeitet daran, dass die Kommune künftig nicht nur für ihre Bergbautradition bekannt ist. Das soll frischen Wind bringen - und noch mehr.

Schneeberg.

Geht es um Schneeberg, ist ein Synonym schnell gefunden: Bergstadt. Ihr Wahrzeichen ist die stolz als "Bergmannsdom" bezeichnete St.-Wolfgangskirche. Bürgermeister Ingo Seifert will der Stadt nun aber zu einem neuen, frischeren Image verhelfen. Geht es nach ihm, ist die Kommune bald als Kreativstadt oder besser als Kreativ- und Schulstadt bekannt.

"Viele nehmen gar nicht wahr, wie viele Schulen wir hier haben. Selbst eine Fakultät für Angewandte Kunst gibt es bei uns", sagt Seifert. Die stehe natürlich auch für den kreativen Teil. Darüber hinaus gebe es viele innovative Firmen. "Nur mal das Beispiel Trockenbau Wäntig - die machen so viele Dinge, die mit einem normalen Trockenbau gar nichts mehr zu tun haben. Das ist Kreativität." Außerdem verweist er auf Diginetmedia, eine Firma, die auf virtuelle 360-Grad-Rundgänge spezialisiert ist. Hinzu komme eine Vielzahl von Handwerkern, darunter Schmuckdesigner, Handschuhmacher und Holzgestalter.

"Warum also sollten wir dieses Pfund nicht ausspielen?", fragte Seifert jetzt am Rande einer Veranstaltung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) Erzgebirge, in der es um Kreativität als die Ressource der Zukunft ging. Mit dem neuen Beinamen hofft er auf frischen Wind in der Stadt und vielleicht auch neue Einwohner.

Ingo Seifert ist es wichtig, dass ein solcher Beiname nicht aufdiktiert wird, sondern aus sich heraus wächst. Deshalb gibt es keine Flyer oder Plakate, auf denen der Beiname unvermittelt eingeführt wird. Vielmehr befindet sich die Stadt in einer Art Konsolidierung. Erste Treffen zwischen kreativen Köpfen, die in Schneeberg ihr Gewerbe haben, habe es bereits gegeben. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das etwas wird", sagt er. Christina Pfeiffer vom BVMW, die die Veranstaltung initiiert hatte, findet: "Von innen heraus entsteht so etwas kaum. Es braucht immer die Personen, die es forcieren. Der Schneeberger Bürgermeister gehört zu diesen."

Seifert selbst möchte aber nicht immer der Frontmann sein, sondern auch andere Schneeberger ermutigen, aktiv zu sein und ihre Ideen mit um zu setzen. "Ich bin jetzt drei Jahre im Amt, mittlerweile kenne ich die Probleme und Baustellen. Ich kenne die Schwätzer und die echten Helfer", sagt er und ist überzeugt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen. Die Kreativ- und Schulstadt sei ein Beispiel dafür. Er werde alles daran setzen, dass dieser Beiname auf Dauer gut besetzt werde. Denn bei dem Wirtschaftstreff des BVMW wurden auch Negativbeispiele solcher Marketingideen genannt: Unter anderem werde Chemnitz bis heute kaum als Stadt der Moderne wahrgenommen. Ein weiteres Negativbeispiel ist laut Pfeiffer Riesa als Sportstadt. Die Stadt halte nicht das, was der Name verspreche, sagt sie.

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