Bild symbolisiert Hoffnung, Friede und Freiheit

Aus Flaschenverschlüssen ist an einer Schneeberger Wohnanlage ein riesiges Kunstwerk entstanden. Am Ende blieben einige Tausend Deckel übrig - für einen guten Zweck.

Schneeberg.

Obwohl die Sammel-aktion schon vorbei ist, werden in der Altenbetreuungs- und Wohnanlage "Sonnenschlöß'l" in Schneeberg immer noch Flaschenverschlüsse abgegeben, die als Spende an den Verein "Deckel drauf" in Elmenhorst gehen. Für die Aktion "Deckel gegen Polio" verkauft der Verein die Verschlüsse dann an die Industrie und erhält pro Kilogramm 30 Cent. Mit dem Geld werden Impfungen gegen Kinderlähmung finanziert.

Aber wieso bekommt die Einrichtung in Schneeberg überhaupt so viele Flaschenverschlüsse? Bewohner und Mitarbeiter wollten eigentlich am 27. Juni ein Sommerfest feiern. Dazu planten sie ein Bild zum Thema "Die goldenen 20er", das aus den Deckeln entstehen sollte. Nachdem das Fest wegen Corona abgesagt werden musste, blieb die Frage, was aus den ganzen Verschlüssen wird. "Wir hatten ab Oktober 2019 zu Spenden aufgerufen und sechs große Kartons mit schätzungsweise 20.000 Stöpseln bekommen. Ich bin von der Menge überwältigt gewesen", sagt Leiterin Doris Dürsel.

Zunächst waren 30 Bewohner mehrere Tage damit beschäftigt, die Deckel nach Farben zu sortieren und Ränder abzuschneiden. Dabei fiel auf, dass die meisten Verschlüsse rot, grün, blau, orange oder weiß waren. "Mir kam daraufhin die Idee, einen Regenbogen daraus zu gestalten", berichtet Dürsel. Um den Bogen wurden Berge gebastelt, die Schneeberg symbolisieren, zudem ein Geldtopf, der für wirtschaftliche Stabilität steht. Ein Baum gilt als Symbol für Kraft, ein Herz mit Europakarte soll Stabilität für die Welt ausdrücken. Für unvorhergesehene Ereignisse ziert eine Welle das Kunstwerk, für den Frieden gibt es einen Sonnenuntergang. Die Basis für das Bild sind drei Platten, 8,70 Meter lang, 1,25 Meter hoch. Doris Dürsel bemalte die Grundplatten vier Tage lang mit Ölfarbe. "An meinen freien Wochenenden habe ich dann insgesamt sechs Tage lang Stöpsel aufgeklebt." Dafür benötigte die 55-Jährige 21 Kartuschen mit Silikonkleber. Die Bewohner haben dem fertigen Bild den Namen "Hoffnung, Friede und Freiheit" gegeben.

Am Ende waren rund 6000 Verschlüsse übrig. Doris Dürsel wollte sie nicht entsorgen und wurde bei einer Internetrecherche auf den Verein "Deckel drauf" aufmerksam.

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