Bissiger Hund macht Sorgen

Mit einem Hundeproblem musste sich jetzt der Lößnitzer Stadtrat befassen. Mehrere Bürger forderten Hilfe ein.

Lößnitz.

Eltern hatten ihre Tochter mit zur Stadtratssitzung in Lößnitz gebracht, wo das Mädchen erzählte, wie es auf dem Weg zur Schule die Straßenseite wechseln müsse, "damit der Hund nicht an mich rankommt". Es ging um einen Schäferhund in einer Wohnsiedlung am Lößnitzer Stadtrand. Anwohner monierten, dass er sich aggressiv verhalte. Auch die Lärmbelästigung durch sein Gebelle sei nicht ohne.

Zweimal bereits soll der Hund zugebissen haben. Betroffene hatten sich deshalb bereits vor Längerem an die Stadtverwaltung gewandt. "Seit 22 Monaten warten wir auf eine Reaktion", sagte Nikolai Hager.

Frank Rother, zuständig für das Ordnungsamt, sagte, man habe mit der Halterin geredet, damit sie ihr Tier abgibt. "Wir haben inseriert, um eine Pflegefamilie für den Hund zu finden. Wir haben sogar versucht, ihn an die Polizei zu vermitteln. Es hat nicht funktioniert." Es gebe auchkein Tierheim, das den Hund nehme. Nikolai Hager nahm das zur Kenntnis, sagte aber, es sei nicht zufriedenstellend. "Wir können nicht auf den nächsten Beißvorfall warten."

Bei der Halterin handelt es sich um eine ältere Dame. Bürgermeister Alexander Troll (CDU) verwies darauf, dass man ihr nicht einfach verbieten könne, einen Hund zu halten. Der Amtstierarzt habe das Tier begutachtet und es nicht als gefährlich eingestuft, sagte Frank Rother.

Susann Meyer, die Mutter eines jungen Mannes (22), der gebissen wurde, berichtete über ihre Anzeige bei der Polizei. Das Verfahren sei von der Staatsanwaltschaft Chemnitz eingestellt worden, weil eine Strafverfolgung nicht im öffentlichen Interesse liege. Stadtrat Andreas Voß (SPD) nannte das "starken Tobak".

Der Hund hatte das Grundstück verlassen, weil das Tor nicht verschlossen war. Durch diese Unachtsamkeit sei der Rechtsfrieden über den Lebenskreis des Verletzten hinaus nicht gestört worden, begründete Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage der "Freien Presse" die Einstellung des Verfahrens. "Die Körperverletzung hat zu keinen erheblichen Verletzungen geführt", sagte Burghart. "Es liegen keine Anhaltspunkte für Rohheit vor. Eine gefährliche Tatausführung ist nicht ersichtlich."

Dandy Neubert (CDU) sagte, er kenne die Situation vor Ort. Man müsse eine Lösung finden. "Es ist unglaublich, wie der Hund agiert."

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