Blasmusikfest präsentiert sich moderner

Per schnellem Klick zum Kartenglück: Auch im Internet sind jetzt Tickets für die Sause in Bad Schlema erhältlich. Aber nicht nur das ist neu. Dem Erbe von Festivalgründer Stefan Richter wurde eine Kur verpasst.

Bad Schlema.

Nach fast drei Jahr-zehnten fällt das Loslassen schwer. Und doch hat Stefan Richter mit knapp 70 locker gelassen. Das dies-jährige Blasmusikfestival mit Orchestern aus zwölf Nationen, die Bad Schlema nächste Woche drei Tage lang in den Ausnahmezustand versetzen, läuft nicht mehr unter seiner Regie. "Aber es ist sein Erbe, das wir weiterführen und weiterentwickeln", sagt Mario Unger, neuer Medienbeauftragter für das einzigartige Musikspektakel.

Neu ist in der Tat eine Menge, ob-wohl die Basis des Programms noch der Verdienst von Stefan Richter ist. "Er hat uns auch unterstützt", so Unger. Doch eine tragende Rolle sei gesundheitsbedingt nicht mehr möglich. Ohnehin hatte der "Dirigent" seit Jahren nach einem Nachfolger gesucht - vergebens. Jetzt hat sich der Verein Bergmannsblasorchester (BBO) Kurbad Schlema neu aufgestellt. Möglich war dies laut Unger auch dank eines Zuschusses in Höhe von 40.000 Euro seitens der Stadtverwaltung Aue-Bad Schlema. "Das gab uns mehr Handlungsspielraum." Die Führungsriege organisierte sich teils neu. Präsident bleibt Thomas Schaumberger. Als Geschäftsführer agiert nun Rico Reinwarth, bekannt von der Musikschule Aue und Betreuer des BBO-Nachwuchses. Weitere tragende Säule ist Schatzmeisterin Jana Beyer. "Sie weiß bei den Finanzen bestens Bescheid", erklärt Unger. Neu sind er und Anke Dolling, die nach zwölf Jahren in Frankreich wieder in ihre Heimat zurückkehrte und viel Erfahrung im Event-Bereich mitbringt. "Bei ihr laufen die Fäden zusammen, sie behält den Überblick und organisiert das meiste."

Alles zu koordinieren, noch dazu das Gros im Ehrenamt, sei ein Kraftakt. Allein das Unterbringen der Orchester, das Betreuen und der Transport sowie die An- und die Abrei- semodalitäten erfordern Geschick, Sprach- und Menschenkenntnis. "Wir haben die Bereiche untereinander aufgeteilt", sagt Unger. Soviel zum Wandel hinter den Kulissen.

Auch und vor allem nach außen tat sich viel. Das Programmheft erhielt eine neue Optik und die Internetpräsenz einen hohen Stellenwert. "Die Seite samt neuem Onlineshop wurde aufgepeppt." Karten können mühelos per Klick erworben werden. Alternativ gibt es Vorverkäufe in der Touristinfo und in der Jet-Tankstelle. Neue Werbeplattformen sind Instagram und eine App, über die an Nutzer Gutscheine vergeben werden. Auf allen Kanälen - ob gedruckt oder online - finden sich Programm, Orchesterporträts, Preise, Hintergrundinformationen und Aktuelles.

Erstmals gibt es darüber hinaus ein Wochenendticket, um den Sonntagsbesuch attraktiver zu machen. Wer das volle Programm will, zahlt nicht dreimal 20 Euro - sondern einmalig 42 Euro. Die Liste wäre fortsetzbar. "Es sind viele Details, die zu einem zeitgemäßen Auftritt verhelfen", so Unger.

Herzstück bleibt natürlich die Musik, die auf zwei Bühnen abwechselnd spielt. Neu sind - wie jedes Jahr - drei Orchester. Jedes ist besonders. Die Norweger sind als Nation lang ersehnt gewesen. "Das Orchester aus Israel hat viele Fragen", so Unger. Koscheres Essen ist zwar nicht aufzutreiben, aber mit veganer Kost sind die Gäste zufrieden. Eine Sonderstellung nimmt die Königsberg-Brass-Band aus St. Petersburg ein. Die Russen warten mit flotten Eigenkompositionen samt Einflüssen aus Techno, Dance und Ska auf. "Das ist gewagt, und es soll das Abendprogramm anheizen."

Das 28. Internationale Blasmusikfest, zugleich 22. Europäisches Blasmusikfestival, lockt vom 20. bis 22. September in die Marktpassage nach Bad Schlema. Das beheizte Festzelt hat 4000 Plätze. Es gibt rund 50 Konzerte, abwechselnd auf zwei Bühnen - ohne Pause. Zum Auftakt am Freitag und am Sonntag sind zudem Festumzüge geplant.

www.blasmusikfest.eu

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