Blick geht weit übers Dorf

In der Gemeinschaft schafft man vieles, das zeigen die Burkhardtsgrüner. Viele Hände haben bei der Gestaltung eines Platzes geholfen, der an einem beliebten Wanderweg liegt.

Burkhardtsgrün.

Weit geht der Blick über die mit unzähligen Löwenzahn-Blüten übersäte Wiese hinweg nach Burkhardtsgrün und hin zu Auersberg und Steinberg. Die Stelle, von wo aus das möglich ist, liegt auf 647 Meter Höhe und trägt den Namen "Dorfblick". Burkhardtsgrüns Ortschaftsratsvorsitzender Gerd Habenicht hofft, dass die im Moment noch kahlen Stellen der Fläche bald begrünt sind. Bis Herbst vergangenen Jahres wurde am "Dorfblick" gebaut.

Neben dem überdachten Freisitz, den der Forst schon vor längerer Zeit aufgestellt hatte, steht jetzt noch eine Sitzgruppe, angeordnet rund um den Stamm eines bei einem Sturm im vergangenen Frühjahr umgestürzten Baumes, der einen schönen Zwiesel, also eine besondere Gabelung seiner Äste, ausgebildet hat. Dort drin sitzt ein geschnitzter Uhu, gestiftet vom Burkhardtsgrüner Stammtisch. Aus den Stubben gefällter Bäume hat Herbert Schnalke mehrere Pilze gesägt.

Richtig stolz ist der Ortschaftsratsvorsitzende auf eine Tafel zur Geschichte des Ortes. Die geht bis auf das Jahr 1319 zurück, urkundlich erwähnt wurde Burkhardtsgrün als "Burgoldisgrün" allerdings erst 1395, deshalb hätte man in diesem Jahr eigentlich die 625-Jahr-Feier mit einem Heimatfest begangen. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Fest allerdings auf 2021 verschoben. "Die Geschichtstafel ist schon auf viel Interesse gestoßen", sagt Gerd Habenicht. Junge Mütter, die mit ihren Kindern hier spazieren gehen, hätten ihn darauf angesprochen und gemeint, dass sie das meiste aus der Geschichte ihres Heimatortes noch gar nicht gewusst hätten.

Gerd Habenicht freut sich darüber, dass die Neugestaltung des "Dorfblicks" ein Gemeinschaftswerk von vielen Burkhardtsgrünern war. Besonders engagiert hat sich Bernd Leonhardt, Habenichts Stellvertreter. Damit es bei dem schönen Flecken inmitten der Natur bleibt, haben sich zudem vier junge Leute für die Pflege der überdachten Sitzgruppe bereit erklärt. Das sind: Paul Colditz, Ernst Passauer, Robert Koch und Marvin Radecker. Dort kann man die Mahnung übrigens auf einem angebrachten Schild lesen: "Ruht eich aus un setzt eich nieder - schaut ins Dörfel nei un freid eich drüber - denn mancher hoot vor lauter Eil un Hast dos Schennste im Laabm verpasst."

Der "Dorfblick" liegt am 5,4 Kilometer langen Rundweg um Burkhardtsgrün, der unter anderem an einer Kneippanlage vorbei führt. Geplant ist laut Habenicht, diesen mit dem Wanderweg nach Eibenstock, zur Talsperre, zu verbinden.

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