Bockau will Grundschule wieder unter eigene Fittiche nehmen

Weniger Schüler als bisher sind für den Erhalt der Einrichtung nötig. Deshalb will der Ort nach 15 Jahren die Schulzweckvereinbarung mit Zschorlau lösen.

Bockau.

Nach 15 Jahren will die Gemeinde Bockau wieder selbst Träger der Grundschule im Ort sein. 2005 hatte sie diese Rolle Zschorlau in der Verwaltungsgemeinschaft überlassen, weil die Schülerzahl stark sank und zudem Brandschutzmängel die Existenz der Schule bedrohten. "Wir sind dankbar, dass uns Zschorlau über diese schwierige Zeit hinweggeholfen und den Standort erhalten hat", so Bockaus Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos). Er betont aber auch, dass die Schule wieder in Eigenregie wechseln soll. Die Gemeinderäte indes hatte das Thema gespalten.

Und zwar so sehr, dass der Beschluss zur Auflösung der Schulzweckvereinbarung zuletzt noch einmal von der Tagesordnung genommen wurde. Ralf Bauer (CDU) etwa waren Vor- und Nachteile nicht genügend herausgearbeitet. Für Franz Fürtsch (CDU) überwogen die Vorteile. "Damit sind Gebäude und Schule in einer Trägerschaft. Das kann vieles erleichtern." Zumal das Aufarbeiten der bestehenden Vereinbarung nicht nach seinem Geschmack verlaufen sei. "Zschorlau ging auf unsere Vorschläge gar nicht ein", sagte Fürtsch. Joachim Wenzel (SPD) bat dennoch um mehr Bedenkzeit. "Natürlich ist es schöner, alles in eigener Hand zu haben. Aber vielleicht wird dadurch auch manches komplizierter."

Dem widerspricht Baumann. Er geht davon aus, dass nach erneuter Beratung der Auflösungsbeschluss am Mittwoch während der nächsten Sitzung gefasst wird. "Die Vorteile überwiegen." Er geht sogar noch weiter. "Ich sehe keinen Nachteil." Der Wechsel mache es leichter. "So fließen die Schlüsselzuweisungen nun direkt an uns. Das macht die Abrechnung transparent, was die Prüfer ja verlangt hatten."

Die Überlegungen in Bockau basieren auf einer Änderung im Schulgesetz. Nicht mehr 80, sondern nur noch mindestens 60 Schüler sind im ländlichen Raum pro Schule für deren Erhalt nötig. "Das schaffen wir bis 2025 laut Prognose jedes Jahr", so Baumann. Zudem habe die Klassenstärke nicht mehr Priorität. "Sollten es mal weniger als 60 Schüler sein, besteht laut Schulamt die Chance auf jahrgangsoffenen Unterricht." Als Träger erhofft er sich zudem eine engere Zusammenarbeit mit dem Kollegium. Zumal Mitte 2020 die Übergangslösung mit Blick auf die Schulleitung endet. "Wir bekommen wieder eine eigene Schulleiterin, wollen die Verbundenheit der Schüler zu ihrer Heimatgemeinde stärken." Ist bis zum 31. Januar die Zweckvereinbarung einseitig gekündigt, würde Bockau die Trägerschaft übernehmen - vorausgesetzt die Rechtsaufsicht stimmt zu.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...