Bockauer bejubeln ihre Weltmeisterin

Die Entscheidung, zum Biathlon zu wechseln, hat sich für Denise Herrmann als richtig erwiesen. Ihr Heimatort bereitete ihr jetzt einen tollen Empfang.

Bockau.

Die dicht gefüllte Turnhalle in Bockau bebt. Nachwuchssportler des ortsansässigen Skivereins stehen Spalier, als Denise Herrmann den Raum betritt. Am Samstagnachmittag ist die Biathlon-Weltmeisterin, die vor einigen Wochen im schwedischen Östersund Gold in der Verfolgung erkämpft hat, in ihrem Heimatort gebührend empfangen worden. "Wir standen vor fünf Jahren schon einmal hier in der Turnhalle. Damals war Denise noch beim Langlauf, holte Olympia-Bronze mit der Staffel. Jetzt ist sie Weltmeisterin, was uns natürlich stolz macht", sagt Hans-Rainer Wiegand, Vorsitzender des Skivereins Bockau.

Unters Publikum haben sich Vertreter vom Denise-Herrmann-Biathlon-Fanclub aus Barby gemischt. Cornelia Länger gehört dazu: "Wir haben Denise 2016 gefragt, ob wir einen Fanclub gründen und sie unterstützen dürfen. So kam das zustande. Wir sind etwas über 60 Mitglieder, international unterwegs, haben Mitstreiter aus mehreren Ländern. Dass wir hier dabei sein können, ist toll." Die Sportlerin, der das galt, war wie immer, mit einem strahlenden Lächeln unterwegs. "Sicher bin ich nicht mehr so oft daheim, aber es ist immer wieder schön, nach Bockau zu kommen. Es ist Wahnsinn, wenn man spürt, dass man über den Fernseher solche Emotionen vermitteln kann und so viele Leute voll dabei sind", erklärt die 30-Jährige, die heute in Ruhpolding lebt. Familie bedeutet ihr sehr viel: "Das gibt ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Auf dem Weg an die Spitze, der steinig ist, gibt es auch Phasen, wo man mal ins Wanken gerät. Da sind der Rückhalt und die Liebe, die man erfährt, wichtig, und man fühlt sich bestärkt in dem, was man tut."

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Was die weitere sportliche Karriere angeht, plant die Bockauerin derzeit bis zu den Winterspielen 2022 in Peking. Nach den Wettkämpfen ist es meist ihre Mutter Jeanette, die Denise zuerst anruft. Ihre Eltern sind mächtig stolz. Das Sportliche liegt in der Familie: Während Mutter Jeanette freizeitmäßig im Langlauf unterwegs war, spielte Vater Lutz aktiv Handball. Von ihm habe Denise den Ehrgeiz, etwas erreichen zu wollen. "Wenn man sieht, was jahrelang investiert wurde, ist es schon toll, wenn man eine so erfolgreiche Tochter hat. Wir hätten nie gedacht, dass das im Ort so positiv aufgenommen wird. Das ist einfach Wahnsinn. Es gab Leute, die mit einem Blumenstrauß vor der Tür standen", erzählt Jeanette Herrmann.

Eine Überraschung hat Bockau seiner Weltmeisterin bereitet. Im Ort wurde aus einer Idee ein Projekt entwickelt: Künftig soll bereits am Ortseingang erkennbar sein, das Weltmeisterin Denise Herrmann in Bockau aufwuchs. Tags zuvor hatte Denise Herrmann bei der Tafel-Enthüllung "Geboren in Aue-Bad Schlema" in der Geburtsstation des Auer Helios-Klinikums ihre Hebamme getroffen. Für Ina Leichsenring war das sehr emotional. Die heute 60-Jährige sagt: "Damals war ich es, die die ersten Berührungen mit ihr hatte, neben ihrer Mutter. Das ist schon sehr berührend, Denise jetzt wiederzusehen - als Weltmeisterin."

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