Bockauer etablieren Ersthelfer-System in Region

Vor 15 Jahren war die Wehr des Laborantendorfs Vorreiter der sogenannten First Responder. Auch der 20. Jahrestag der Feuerwache ist am Sonnabend ein Grund zum Feiern.

Bockau.

Als Vorreiter im Freistaat haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bockau vor 15 Jahren sachsenweit von sich reden gemacht. Damals gingen die Floriansjünger aus dem kleinen Laborantendorf einen großen Schritt weiter als andere - indem sie die Hilfseinheit First Responder in ihrer Wache ins Leben riefen. Der englischsprachige Fachbegriff bedeutet Ersthelfer oder Erstversorger, und genau das ist die Aufgabe der First Responders.

Sie sind 24 Stunden erreichbar und werden von der Leitstelle bei medizinischen Notfällen in der Umgebung parallel zum Rettungsdienst alarmiert, um - aufgrund der räumlichen Nähe - die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken und Leben zu retten. Oft zählt im Notfall, etwa bei einem Herzinfarkt und Schlaganfall, jede Sekunde. Für diesen wertvollen Dienst steht den Kameraden der Bockauer Wehr ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. Der Skoda des Baujahrs 2009 ist speziell ausgestattet, um eine optimale Erstversorgung zu leisten. Es gehören Notfalltaschen für Herz-Kreislauf-Behandlungen, für Patienten mit Atembeschwerden und für Kinder zur Ausrüstung. Ebenso ein Beatmungsgerät und ein Zwölfkanal-EKG mit halbautomatischem Defibrillator.


Aktuell hat die Wehr mit 38 aktiven Kameraden keine Besetzungssorgen, was den Dienstplan betrifft. Damit es so bleibt, werden die 15 Jahre First Responder und gleichzeitig 20 Jahre Feuerwache am Samstag groß gefeiert. "Wir wollen uns den Besuchern vorstellen und mit ihnen ins Gespräch kommen", sagt Martin Wollny, seit 2017 Wehrleiter und ein Urgestein der Blauröcke im Dorf. "Ich habe das Feuerwehr-FamilienGen", sagt er und schmunzelt.

Damit auch langfristig keinem das Lachen vergeht, gelte es, weitsichtig eine einsatzstarke Truppe zu bilden. Basis ist die stabile Jugendwehr mit 20 Mitgliedern. "Wir wünschen uns außerdem mehr Mitstreiter im mittleren Alter, wo die Kinder größer oder schon aus dem Haus sind. Gern auch Quereinsteiger, denn die Aufgaben sind vielfältig. "Da findet sich für jeden etwas", so Wollny. Zum anderen wäre es schön, wenn noch mehr Frauen ihre Scheu verlieren. "Die Feuerwehr muss keine Männerdomäne sein."

Das vor 20 Jahren eingeweihte Depot ist ein Mix aus Alt und Neu. "Teile des Altbaus - das waren nur drei Hallen ohne Sanitär- oder andere Räume - wurden saniert. Dazu kam ein neuer Anbau", so Wollny. Nach zwei Jahrzehnten Vollbetrieb bleiben Renovierungen nicht aus. "Da bekommen wir, das gilt auch allgemein, eine sehr gute Unterstützung durch die Gemeinde."

Die Arbeit im Bereich der First Responders mache das Gros der Einsätze aus. Pro Jahr gehen 120 Notrufe nach Bockau. Stark zurückgegangen sind Brände. Verkehrsunfälle werden laut Wollny weniger. "20 bis 30 Einsätze pro Jahr." So sei die Feuerwehr eher technischer und - im Fall von Bockau - medizinischer Helfer. Zudem engagieren sich die Kameraden aus dem Dorf mit ihren Kollegen aus Albernau im Katastrophenschutz. "Es ist also viel los bei uns."

Das Kinder- und Familienfest beginnt am Sonnabend 13 Uhr. Unter dem Motto "Deine Feuerwehr zum Anfassen" wurde mit der Kita "Zwergenhaus" viel vorbereitet: Hüpf- burg, Kinderschminken, spielerische Wettbewerbe, eine Technik- und Depotschau.

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