Bundesjugendcamp im Boogie-Woogie: Zwönitzer tanzen vor der Kamera

Aus ganz Deutschland sollten junge Tänzer am Wochenende in die Stadt strömen. Wegen Corona fiel das erste Camp in Zwönitz nun aber ganz anders aus - und wurde zum ersten Bundes-Online-Livecamp.

Zwönitz.

Die Freude war zunächst riesig gewesen. Die Zwönitzer Tanzgruppe Yellow Boogie Dancers hatte es geschafft, erstmals das Bundesjugendcamp im Boogie-Woogie - einem Gesellschafts- und Turniertanz - ins Erzgebirge zu holen. Alles war vorbereitet und nun sollten am gestrigen Sonntag rund 150 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland in die Bergstadt strömen. Doch Corona ließ die Pläne wie eine Seifenblase platzen. Ganz ausfallen sollte das Event aber nicht - deshalb wurde am Wochenende improvisiert.

So sind die Tänzer nun einfach ins Internet ausgewichen und haben aus dem Event kurzerhand eine Videokonferenz gemacht - und zwar als erstes Bundes-Online-Livecamp. Ausrichter ist der bayrische Verband "Rock 'n' Roll und Boogie Woogie" gewesen. An insgesamt fünf Standorten in Deutschland versammelten sich dafür Leute - in Nürnberg, im bayrischen Kirchdorf und Königsbrunn, in Dresden und eben in Zwönitz. Am Nachmittag fand dann noch ein Wettbewerb im Paarturniertanz zur Musik der 50er-Jahre statt, bei dem zwölf Paare gegeneinander antraten.

13 Vereine mit mehr als 100 Teilnehmern aus ganz Deutschland machten mit. In Zwönitz waren es 45 Einzeltänzer und sechs Paare, die in der Niederzwönitzer Turnhalle und in der Turnhalle der Katharina-Peters-Oberschule das Tanzbein schwangen. "Wir bedauern es sehr, dass wir das Bundesjugendcamp nicht wie geplant durchführen konnten. Die Online-Geschichte ist für uns jetzt eine spannende Herausforderung", sagt Anne Walter von den Yellow Boogie Dancers.

Möglich machte den Online-Tanz moderne Technik. So war in der Niederzwönitzer Turnhalle etwa eine große Videoleinwand installiert worden, auf der die Tänzer der anderen Standorte eingeblendet wurden. So ließen sich auch Choreografien nachtanzen. Was die Zwönitzer machten, zeichneten wiederum Kameras auf. So hatten sich übers Internet deutschlandweit alle Teilnehmer im Blick.

Monique Jünger gehörte mit Philipp Unger zu den Zwönitzer Turniertanzpaaren. Die 22-Jährige sagt: "Vor der Kamera zu tanzen ist nicht viel anders, als bei einem klassischen Turnier. Bei Turnieren habe ich ohnehin einen Tunnelblick. Da blende ich alle andere um mich herum aus." Ohne Publikum sei die Stimmung aber schon eine andere gewesen. Katrin Kerber, Präsidentin des deutschen Verbands "Rock 'n' Roll und Boogie-Woogie" saß am Sonntag in Nürnberg, wo die Videokonferenzen zusammengeschaltet wurden. Sie sagt: "Ganz ohne Publikum, das ist natürlich eine ungewohnte Situation. Wir hätten viel lieber volle Hallen gehabt, aber die Stimmung wird auch von den Aktiven selbst mit beeinflusst." Das Bundesjugendcamp soll nun voraussichtlich im kommenden Jahr in Zwönitz nachgeholt werden.

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