Dampfender Abschluss der Weihnachtsschau

Mit ihren Exponaten faszinieren Bastler alljährlich Besucher im Schönheider Museum. Nicht nur Kinder zieht das magisch an.

Schönheide.

Schon beim Betreten des Bürsten- und Heimatmuseums Schönheide fiel am vergangenen Wochenende etwas Ungewöhnliches auf: Ein leichter Geruch von Brennspiritus lag in der Luft. Dazu leises Tuckern aus fast allen Räumen. Der örtliche Heimat- und Geschichtsverein hatte zum traditionellen "Dampfwochenende" eingeladen. Überall drehten sich Flammenfresser, Dampfmaschinen oder Stirling-Motoren - oftmals Marke Eigenbau. 250 Besucher fachsimpelten mit 13 ausstellenden Bastlern über technische Details oder genossen einfach den Anblick der auf Hochglanz polierten Modelle.

"Diese alljährliche Sonderaktion passt eigentlich nicht ins Profil unseres Museums," sagt dessen Chef Andreas Schubert. "Die Idee dazu kam ursprünglich aus den Reihen von Vereinsmitgliedern, die sich selbst mit diesen Maschinen beschäftigen und ist seither ein Besuchermagnet." Inzwischen hat sich ein Kern von Ausstellern etabliert, die immer wieder auch neue Exponate vorstellen. Wie der Schönheider Frank Tuchscherer, der im vergangenen Jahr ein defektes Bootsmodell aus Blech erstand, es sanierte und mit einem Impulsantrieb ausstattete. Bei dem simplen Prinzip wird erhitzter Dampf stoßweise am Heck des Schiffchens ausgeleitet. Dadurch vorwärts bewegt, dreht das Modell seine Kreise im emaillierten Wasserbecken. Ein Hintergrundbild, gemalt vom verstorbenen Schönheider Hobbymaler Dieter Trommer, gibt der kleinen Anlage überraschende Authentizität. "Ich wollte etwas schaffen, was nicht nur technisch, sondern auch für Kinder interessant ist," erzählt der Zwickauer Bastler Jürgen Möckel. Die Idee funktioniert: Neugierige Kinderaugen beobachteten sein Modell, bei dem kleine Männchen eine Treppe hinaufsteigen - angetrieben von einem "Flammenfresser". Dieser Vakuummotor saugt heißes Gas samt Flamme ventilgesteuert an und kühlt es im Zylinder ab. Aus Schwarzenberg brachte Manfred Dummis mehrere kleine Anlagen mit, die er vor Jahren mit seinen Enkeln mit viele Liebe zum Detail gebaut hat. Sie zeigen bewegte Figuren beim Holzschneiden und -hacken oder Arbeiter in einer Schlosserei. Die Szenen bewegt ein Stirling-Motor, dessen abgeschlossenes System Luft zwischen beheiztem und gekühltem Zylinder pendeln lässt.

Nach Schließzeit wegen Umbau öffnet das Museum wieder Ostersamstag. Zu sehen sein wird dann die Jahresausstellung "75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges regional betrachtet". Schubert: "Gesucht werden dafür vor allem noch Fotos, Dokumente und Erinnerungsstücke."


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