Debatte im Stadtrat von Wahlkampf geprägt

Nach hitzigem Diskurs wirft Kommune 2000 Euro in Taler-Sponsorentopf

Schwarzenberg.

Der Kampf um den Chefsessel im Rathaus der Stadt Schwarzenberg hat begonnen. Die Corona-Krise sorgte zwar dafür, dass der Termin für die OB-Wahl auf den 20. September verschoben wurde, doch das Gerangel um öffentliche Wahrnehmung hat sich am Montag durch die gesamte Stadtratssitzung gezogen. Immerhin sitzen allein vier Bewerber um den Posten im Rat.

Keinen Hehl aus der Tatsache, dass die Spannungen mit Blick auf den Wahlkampf zunehmen, machte gleich zu Beginn Roland Küblböck, der Kandidat der Grünen. Er bat OB Heidrun Hiemer darum, dass Lilly Vicedom, die sich als Einzelkandidatin zur Wahl stellen will, aber derzeit auch gewählte Stellvertreterin der OB ist, in nächster Zeit keine öffentlichen Termine in ihrer Vertretung übernehmen sollte. Der Bürger könne schließlich nicht unterscheiden, was Ehrenamt und was Wahlkampf sei, so Küblböck. Er sieht darin eine Bevorteilung der Kandidatin, es gebe ja noch einen zweiten Stellvertreter. Hiemer darauf: "Im Übrigen bin ich noch da! Und ich versichere Ihnen, dass ich sehr wohl das Neutralitätsgebot kenne."

Hoch schlugen die Wellen auch in der Debatte um die Beteiligung der Stadt in Höhe von 2000 Euro am Sponsorentopf für den "Hoffnungsthaler", der ein Gutscheinsystem verkörpert und mit dem der innerstädtische Handel wieder angekurbelt werden soll. Ruben Gehart, dem OB-Kandidat der CDU, widerstrebt, dass Vicedom hierfür als Schirmherrin fungiert. Daher könne die Stadt dies nicht mit Geld unterstützen, für ihn habe dies "ein Geschmäckle". Auch Stadträtin Lydia Schönberg (Pro SZB) kritisierte diese Konstellation heftig. Die Idee des "Hoffnungsthalers" käme aus den Reihen des Wirtschafts- und Gewerbevereins, erklärte Hiemer. Der habe um Unterstützung gebeten. Allerdings wollte die Stadt nichts mit der Abwicklung des Talerverkaufs zu tun haben. Die Mitfinanzierung in Höhe von 2000 Euro sieht Hiemer als nicht problematisch an. Anträge, über die Beteiligung später oder separat zu entscheiden, scheiterten. Der Zuschuss wurde mit Mehrheit beschlossen. Es sei eine symbolische Geste, es würde kein Geschäft gerettet, aber der Verkauf von 100 weiteren Talern ermöglicht, so Hiemer.

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