Debatte um Sicherheit auf Auer Postplatz

Drogendeals und Trinker haben den zentralen Platz bei einigen Bürgern in Verruf gebracht. Mit moderner Technik will der Stadtchef das ändern.

Aue.

Wenn sich die Dunkelheit über den Postplatz in Aue legt, beschleicht so manchen Passanten ein mulmiges Gefühl. Drogengeschäfte und Alkoholmissbrauch hatten die Polizei in der Vergangenheit immer mal wieder beschäftigt. Zuletzt stuften Ermittler das Areal als "gefährlichen Ort" ein. Eine Klassifizierung, die es der Polizei erlaubt, verdachtsunabhängig die Identität von Menschen festzustellen. Doch wie steht es um die Sicherheit von Aues belebtesten Platz wirklich?

Von jungen Frauen, die sich nach 17Uhr nicht mehr allein auf den Postplatz trauen, berichtete nun die SPD-Politikerin Claudia Ficker in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Ihr sei in persönlichen Gesprächen ein gewisses Unsicherheitsgefühl geschildert worden, sagte sie und appellierte deshalb, den Streifendienst abends zu verstärken. "Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich das Thema anspreche", sagte sie. "Aber ich sehe den Postplatz als Brennpunkt."

"Wann war was konkret?", entgegnete ihr die Ordnungsamtsleiterin Karin Szelig. "Zu sagen, alles ist ganz furchtbar, hilft nicht weiter." Zwar gebe es ab und an Hinweise von Bürgern, "aber nur in den seltensten Fällen ist etwas." So seien im vergangenen Jahr lediglich fünf alkoholbedingte Straftaten erfasst worden. Laut Stadtverwaltung führen Mitarbeiter des Ordnungsamtes abends bis 23Uhr Kontrollen durch, auch die Polizei ist regelmäßig auf Streife. "Aber die Polizei kann sich nicht sieben Tage in der Woche auf den Postplatz stellen", so Szelig.

Detaillierte Zahlen zur Kriminalität auf dem Postplatz sind nicht bekannt. Vor kurzem hatte sich jedoch das sächsische Innenministerium zur Einstufung der "gefährlichen Orte" geäußert. Zum Auer Postplatz hieß es, auf dem Areal würden regelmäßig Drogen gehandelt. Außerdem seien Delikte wie Körperverletzungen und Raubstraftaten zur Anzeige gebrachten worden.

In Sachen Sicherheit sei die Stadtverwaltung "sehr busy", erklärte Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) im Stadtrat. Wichtig sei aber, alle Straftaten zur Anzeige zu bringen. "Wer etwas weiß, muss zur Polizei gehen."

Zugleich sprach Kohl von einer "Verrohung der Gesellschaft", auf die man sich in Zukunft einstellen müsse. So sei überlegt worden, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit einem "schönen Wau-Wau" auszustatten, doch davon habe man letztlich Abstand genommen. "So ein Hund muss ausgebildet werden. Das ist ein bisschen teuer."

Als Alternative brachte Kohl "technische Überwachungsgeräte" ins Spiel. Auf Nachfrage von "Freie Presse" nennt er eine Videoüberwachung als Beispiel, wie sie jüngst etwa die Stadt Chemnitz im Zentrum eingeführt hat. "Auf öffentlichen Plätzen habe ich da nichts dagegen", so Kohl. Ein Anliegen, das auch im Stadtrat Unterstützer fand. So erklärte Tobias Andrä (parteilos/Aldu): "Wir sollten eine Videoüberwachung ernsthaft prüfen." Der Postplatz sei ein "Hotspot, was die Unsicherheit angeht. Auch wenn es ab und an nur gefühlt ist".

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