Der Holzmichl singt jetzt Gott zur Ehre

Thomas "Rups" Unger begeistert bei seinem Heimspiel mehr als 250Gäste. Dabei spielt er nicht nur seine neuen Lieder, sondern erzählt auch seine schicksalhafte Lebensgeschichte.

Breitenbrunn.

Der Saal im Haus des Gastes Breitenbrunn ist bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Mehr als 250 Gäste folgen dem Ruf von Thomas "Rups" Unger und seiner Band: "Das ist ein Heimspiel - also zumindest für mich", sagt der Sänger: "Es sind viele aus meiner alten Haamit do, aus Johanngeorgenstadt. Aber es sind auch viele aus meiner neien Haamit, aus Breitenbrunn, gekommen."

Es ist Unger deutlich anzumerken, dass er stolz und glücklich ist, dass so viele seine neuen Lieder hören wollen. Denn Rups hat 2014 seinem alten Leben Lebewohl gesagt, sich von den Randfichten verabschiedet, mit denen er einst so große Erfolge feierte und Hits wie das Lied vom Holzmichl produzierte.

Rups hat sich seinem Gott, wie er sagt, zugewandt und ist seither - so auch jetzt mit seiner neuen CD "Unbekanntes Land" - in Kirchen und Sälen unterwegs, um seine Geschichte zu erzählen und vor allem das Evangelium zu verkünden. Die Zuhörer im Haus des Gastes Breitenbrunn sind genau darauf eingestellt. Sie kleben Thomas Unger mehr als zwei Stunden förmlich an den Lippen und lauschen dem, was er ihnen zu singen und zu sagen hat. Die meisten Texte lassen kaum Raum für Interpretationen zu, sondern sagen ganz klar, was sie wollen: Gott preisen, Menschen zum Glauben bringen und sie bekehren. Das Lied "Ich glaub, wir wären nicht viele" ist ein plakatives Beispiel dafür. Rups beschreibt darin einen Flug von Oslo nach Berlin. Plötzlich fragt er sich, was passiert, wenn das Flugzeug sein Ziel nicht erreicht. Er schaut sich daraufhin die Menschen an, die mit ihm reisen, und kommt zu der Vermutung, dass nur wenige Gläubige an Bord sind, die im Fall der Fälle das Paradies sehen würden.

Vielleicht ist es seiner ganz persönlichen Geschichte, seinem Schicksal geschuldet, dass er nur hopp oder topp gelten lässt. Die gesungenen Lieder bieten keine Möglichkeit, das Grau zu wählen, das zwischen Schwarz und Weiß entsteht. Sondern sie lassen nur zu, sich zu einem frommen Leben zu bekennen, welches dann zum Schluss im Paradies mündet.

Thomas Unger war zunächst kein Christ, sondern wurde es erst. Der Glauben war es, der ihm aus einer Alkoholsucht und aus Angststörungen half. "Ein Freund hat gesagt, komm' mit ins Blaue Kreuz." Dabei handelt es sich um ein Angebot für Suchtkranke. Für Rups war es die Rettung aus einem Teufelskreis, wenngleich er zunächst gar nicht wusste, worauf er sich einlässt: "Ich habe noch nie gebetet, kannte die Lieder nicht, die dort gesungen wurden", erzählt er dem Breitenbrunner Publikum: "Doch ich habe mich darauf eingelassen."

Diese Erlebnisse waren so eindrucksvoll, dass er sich nun mit seinen Mitteln - also seiner Musik - der Verbreitung des Evangeliums verschrieben hat. Geblieben aus dem alten Leben sind die Melodien. Sie gehen fast alle in die Beine. Sie sind stimmungsvoll, kommen im Schlagerrhythmus oder auch im Country-Stil daher. Die Frage, ob es seinem Publikum gefällt, erübrigt sich. Keiner verlässt den Saal, ehe der letzte Ton verklungen ist.

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