Die Eisenbahn-Pyramide

Schienenwunder: Zur Adventszeit kommen sie ins Rampenlicht. "Freie Presse" stellt die kleinsten, schrägsten und imposantesten Stücke vor. Heute: Klaus Pecher erfüllte einen Wunsch seiner Frau.

Schwarzenberg.

Dieses Bild in der DDR-Zeitschrift "Der Modelleisenbahner" hat Rita Pecher fasziniert: eine Weihnachtspyramide als Eisenbahnanlage - oder umgekehrt. Die DDR gab's da schon nicht mehr, die Zeitschrift mit besagtem Foto aber war noch da. "Kannst du uns so was nicht auch bauen?", fragte Rita ihren Mann, der für sein Leben gern bastelt, und deutete auf die Eisenbahn-Pyramide. Klaus Pecher sah sich das Bild an, überlegte eine Weile - und machte sich ans Werk.

Der Mann ist Baufacharbeiter, hat später noch Hydraulikschlosser gelernt. Grobe Arbeiten, denkt man. Und ist erstaunt, wenn man sieht, dass der Schwarzenberger auch das Miniformat beherrscht. Wie das filigrane Ergebnis zeigt, das auf einen Wunsch seiner Frau zurückgeht.

Da breitet sich eine kleine, aber feine Winterlandschaft aus. Mit aufgeklebtem Kunstschnee, mit Skiläufer und Schneemann. Menschen und Tiere sind zu mehreren Szenen arrangiert, Häuschen und Bäume ergänzen das Bild. Und die Hauptsache: Zwei Züge "rollen". Wenn auch nur auf dem Drehteller. Aber sogar unter einer Brücke durch und durch einen Tunnel. "Wagen und Loks waren mal in Überraschungseiern drin. Die passenden Schienen - das ist Spur N, also Maßstab 1:160 - hab' ich gebaut, vieles andere auch", sagt der handwerklich Begabte. Eigentlich sollte aufsteigende Wärme von Kerzen das Ganze antreiben. "Funktionierte nicht richtig. Jetzt macht das eben ein kleiner Motor. Und die Beleuchtung ist auch elektrisch."

Die Auftraggeberin ist zufrieden, freut sich an der Eisenbahn-Pyramide, die in der Adventszeit in der Wohnstube steht. Erstaunlicherweise hat Klaus Pecher keine andere Modellbahnanlage zu Hause. Obwohl er früher zum Modelleisenbahn-Club gehörte. "Ich hab' mich auf Gartenbahnen spezialisiert", erzählt der 63-Jährige. Erst nutzte er ab 2002 ein privates Grundstück in der Vorstadt, wo Loks und Wagen ihre Runden drehten. Seit 2006 gibt es im Haus Vorstadt 6 das Garten-Bahn-Land. Während des Schwarzenberger Weihnachtsmarkts ist es ab heute bis zum 11. Dezember täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Daheim in seiner gut ausgestatteten Werkstatt - seine Frau regte deren Verlegung aus dem Keller ins ehemalige Kinderzimmer an - ist Klaus Pecher mit weiteren Projekten beschäftigt. So erneuert er gerade den Schienenstrang für das Modell des Schwarzenberger Schrägaufzugs. Das baute er für die Heimatecke Waschleithe.

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