Diese Auszeichnung hat sich ein ganzes Team verdient

Mike Seifert wurde mit der Annen-Medaille für seine ehrenamtliche Arbeit als Retter bei den Johannitern geehrt. Der Schneeberger sieht sich nicht als Einzelkämpfer. Denn die Aufgaben für ihn und seine Mitstreiter sind umfangreich.

Schneeberg/Aue.

Kann ein Zeltlager ein Leben verändern? Ja, ganz bestimmt, wenn es ein Zeltlager der Johanniter ist. Vor 15 Jahren verbrachte Mike Seifert seine Sommerferien gemeinsam mit den Rettern. Am gestrigen Donnerstag erhielt der Schneeberger, der nun selbst ein Johanniter ist, in Dresden von der sächsischen Sozialministerin Barbara Klepsch die Annen-Medaille. Damit werden Bürger für ihren herausragenden und langjährigen ehrenamtlichen Einsatz geehrt.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, denn es ist wichtig, dass ehrenamtliche Arbeit gewürdigt und damit auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird", sagt Mike Seifert. Allerdings sehe er diese Ehrung nicht allein als sein Verdienst. "Die Annen-Medaille gehört dem gesamten Team des Johanniter Katastrophenschutzes, denn ohne die anderen Mitstreiter könnte ich auch nicht meine Aufgaben erfüllen." Und die sind mittlerweile umfangreich. Zusammen mit Iwo Kircheis als Zugführer leitet er als Stellvertreter die Auer Gruppe. "Wir sind rund 30 Ehrenamtliche und ein super Team", erklärt der 29-Jährige.

Auf das muss er sich auch verlassen können, denn die Aufgaben des Katastrophenschutzes der Johanniter-Unfall-Hilfe sind vielfältig. "So sichern wir zum Beispiel verschiedene Großveranstaltungen in und auch außerhalb der Region ab." Egal ob bei Rock am Teich in Schneeberg, beim Firmenlauf in Aue oder bei Fußballspielen von RB Leipzig - die Johanniter stehen bereit, um bei medizinischen Notfällen den Besuchern zur Seite zu stehen. Dafür sind die Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit unterwegs, oft auch am Wochenende. Honoriert wird ihr Einsatz durch den Dank der Betreuten. "Die Menschen schätzen unsere Arbeit sehr. Dieses Feedback ist für uns sehr wichtig." Doch nicht nur auf die Erste Hilfe bei Veranstaltungen haben sich die Johanniter spezialisiert. "Unser Katastrophenschutz übernimmt auch die Verpflegung von Rettern und Geretteten bei Großeinsätzen." Dafür gibt es den sogenannten Bockwurstbomber - einen Kleintransporter mit reichlich Verpflegung an Bord und eine Feldküche.

Für letztere hat Mike Seifert eine Weiterbildung zum Feldkoch absolviert. Wie wichtig diese kulinarische Unterstützung ist, haben die Erzgebirger schon öfter erlebt. Zum Beispiel bei einem Großeinsatz aufgrund des Hochwassers 2013 in Riesa, bei der Rettung eines Verunglückten aus einem stillgelegten Bergwerk oder jüngst beim Brand der ehemaligen Heidelbergsschule. "Auch wenn solche Einsätze zum Glück nicht alltäglich sind, zeigen sie dennoch wie wichtig der Katastrophenschutz ist und wie viel die Ehrenamtlichen leisten." Deshalb sei es essenziell, dass sie gut ausgerüstet sind. Dies sei genauso bedeutend für die gute Stimmung in der Gruppe wie eine gute Organisation.

Doch wie war das eigentlich mit dem Zeltlager vor 15 Jahren? "Mein jüngerer Bruder wollte unbedingt hin, ich hatte weniger Lust. Meine Mutter hat dann entschieden, dass ich mitfahren muss." Und diese Entscheidung hat Mike Seifert nie bereut. "Wir hatten dort eine tolle Zeit und lernten von den Johannitern die ersten Grundlagen der Ersten Hilfe. Klar, dass wir uns dann der Jugendgruppe in Aue anschlossen." Von da an engagierte sich der Schneeberger, der heute als Techniker neue Batterien entwickelt, immer mehr bei der Johanniter-Jugend. "Mit 18 übernahm ich die Leitung der Gruppe. Ein Jahr später wurde ich zum Landesjugendleiter gewählt." Viele Jahre übernahm er die arbeitsreiche Aufgabe. "Man lernt in diesem Ehrenamt viel über Organisation, Menschenführung und soziale Kompetenz." Dies schätzen auch Arbeitgeber. Vor allem für Heranwachsende biete das Ehrenamt einen guten Rahmen, um sich zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. "Das macht glücklich. Und manchmal muss man ein wenig schubsen." Oder geschubst werden und im Sommer mit seinem kleineren Bruder zum Zeltlager fahren.

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