Diplomaten-Besuch zum Bergstreittag

Das Traditionsfest in Schneeberg war in diesem Jahr international. Ein Botschafter aus dem fernen Asien und der Generalkonsul der USA waren unter den Gästen. Von dem Besuch soll auch die Wirtschaft profitieren.

Schneeberg.

Das Erzgebirge hofft, mit der Verleihung des Weltkulturerbetitels auf mehr Gäste aus dem Ausland. Möglich, dass auch Taiwanesen in Zukunft Schneeberg ansteuern. Zumindest wenn sie das Video anspricht, das Jhy-Wey Shieh am gestrigen Montag zum Bergstreittag mit dem Handy aufgenommen hat. Der Botschafter der Republik Taiwan in Deutschland versprach bei seinem Besuch auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß, es auf Facebook und der Website seiner Vertretung zu posten.

Bernd Schönherr, Geschäftsführer der Bergsicherung Schneeberg, hatte die kleine Delegation - zu der auch Timothy Eydelnant, Generalkonsul der USA gehörte - beim abendlichen Bergaufzug an einen guten Standort für Fotos und Videos geführt. Kurz vorher war er mit den Gästen 50 Meter unter der Erde unterwegs. Zum Besuch des Unternehmens gehörte die Befahrung der Fundgrube "Weißer Hirsch".


Er sei "tief beeindruckt" sagte Shieh, als er Helm und Stiefel wieder ablegte. Er habe großen Respekt vor der Arbeit der Bergleute. Den Bergaufzug kommentierte er damit, dass hier "eine jahrhundertealte Tradition lebendig gehalten" werde. "Es lohnt sich, dass Touristen hierherkommen", ist er überzeugt. Die meisten von den etwa 200.000 Taiwanesen, die jedes Jahr nach Deutschland kommen, kennen allerdings nur Neuschwanstein oder Rothenburg ob der Tauber. Das muss sich nach Ansicht des Botschafters ändern. "Vor allem die neuen Bundesländer haben so viel zu bieten."

Den Erzgebirgskreis verbindet eine Partnerschaft mit der Region Kaohsiung auf Taiwan. Shieh und Krauß kennen sich vom parlamentarischen Freundeskreis, der zwischen Vertretern der Bundesrepublik und Taiwans besteht. Für Shieh war es der erste Besuch im Erzgebirge und beim Bergstreittag.

Bereits am Mittag hatte der Botschafter die Firma Wellner/ABS in Schneeberg besucht. Deren Geschäftsführer Siegfried Günzl hat jetzt eine Einladung nach Taiwan, zu einer Messe. Dort sieht die Delegation aus dem asiatischen Inselstaat die Möglichkeit, die hochwertigen, in Manufaktur gefertigten Bestecke aus dem Erzgebirge an den Mann zu bringen. "Deutsche Produkte kommen bei uns gut an", versicherte Shieh. Taiwan ist der größte Abnehmer von Meißner Porzellan - warum nicht die Silberlöffel von Wellner dazu? Das ist die Idee, die hinter dem Besuch des taiwanesischen Botschafters in dem Fünf-Mann-Unternehmen stand. Wie Alexander Krauß erklärte, gibt es für Messe-Besuche sogar Fördergeld.

Wellner-Chef Siegfried Günzl betonte, dass das Erzgebirge nicht nur Räuchermänneln und Nussknacker zu bieten habe. "Wir können so viel mehr", sagte er mit Blick auf seine Bestecke, die eine 160-jährige Geschichte haben.

Das Stadtoberhaupt von Schneeberg, Ingo Seifert, hatte am Montag übrigens gut lachen: Er hat seine Bürgermeisterwette gewonnen. 50Paare, die in Schneeberg getraut wurden oder aus Schneeberg stammen und heute noch zusammen sind, sollten auf den Markt der Bergstadt kommen. 75 waren es. Sie hatten ihr Hochzeitsfoto dabei und haben alle Walzer getanzt.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    JochenV
    23.07.2019

    Internationale Gäste der Stadt, da freuen wir uns besonders, dass wir den Bürgermeister unserer Partnerstadt Jáchymov, Herrn Bronislav Grulich, mit seiner kleinen Delegation begrüßen durften: Die nun schon mehrjährigen Kontakte tragen zu dem Geist der Zusammenarbeit bei, die sich gerade vor dem Hintergrund des unserer gemeinsamen Bergbauregion beiderseits des Erzgebirgskamms von der Unesco zuerkannten Titels eines Weltkulturerbes erfolgreich weiter entwickelt, und damit quasi eine Fortsetzung dieses Erbes ist. Eine Sache, bei der übrigens auch der neugegründete Städtepartnerschaftsverein e.V. der Bergstadt tatkräftig mithilft.



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