Dittersdorfer fragen: Wann kommt für uns das Trinkwasser?

Anschluss ans öffentliche Netz gibt es nicht für alle Erzgebirger. Einige schwören auf ihre Brunnen und wollen dabei bleiben. Andere machen sich aber ernsthaft Sorgen.

Lößnitz.

Wann wird die Trinkwasserleitung zu unseren Häusern weiter gebaut? Mit dieser Frage meldeten sich Dietmar Voigt und Jürgen Schramm zur Bürgerfragestunde zur jüngsten Sitzung des Lößnitzer Stadtrates zu Wort. Bürgermeister Alexander Troll (CDU) konnte nur dazu sagen, dass weitergebaut wird. Aber wann?

Voigt und Schramm haben Grundstücke am Grünhainer Weg im Ortsteil Dittersdorf. Wie alle hier sind sie noch nicht ans öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Traditionell versorgen sich die Haushalte aus Brunnen. "Das ist von jeher so, dass die Bauern eigene Brunnen hatten", sagt Dietmar Voigt. Doch zunehmend regt sich die Sorge unter den Hauseigentümern, dass bei den jährlichen Kontrollen zur Güte des Brunnenwassers die Festlegung kommen könnte, dass man dieses nicht mehr trinken darf. Was dann?, fragen sich die Dittersdorfer. Zudem werden laut Voigt die Wasseruntersuchungen selbst auch nicht billiger. Mit dem Bau der Trinkwasserleitung hätte man aus Sicht der Anwohner auch noch ein anderes Problem gelöst: Der Feuerlöschteich auf der Anhöhe ist ausgetrocknet. Würde die Leitung liegen, könnte man Hydranten setzen und hätte Löschwasser zur Verfügung.

Ihre Hoffnungen setzten die Dittersdorfer auf den Bau der Trinkwasserleitung am Grünhainer Weg. Bis zum Grundstück von Dietmar Voigt ist sie im vergangenen Herbst im Zuge des Straßenbaus verlegt worden. Jetzt ruhen die Arbeiten. "Wir wollen eigentlich nur wissen, wann es weitergeht", sagt Jürgen Schramm. Er hatte 2016 unter den Grundstückseigentümern am Grünhainer Weg eine Umfrage gestartet, wer für den Anschluss ans Trinkwassernetz ist. Demnach sprachen sich 57 Anwohner dafür aus, 27 dagegen.

"Freie Presse" fragt nach bei Frank Kippig, Geschäftsführer des ZWW, und bekommt zur Erklärung gesagt: "Wir brauchen dort zunächst eine Druckerhöhungsstation, die wir in diesem Jahr noch bauen wollen. Dann setzen wir den Leitungsbau fort." Für den ZWW sei es ein klares Votum gewesen, dass sich die Mehrheit der Grundstückseigentümer für den Anschluss an die zentrale Versorgung entschlossen hätten. Die Kehrseite davon ist, dass selbst die, die sich dagegen ausgesprochen hatten, jetzt dem Nutzungszwang unterliegen.

Der Bau der Druckerhöhungsstation hängt im Moment noch vom Ja eines Anwohners ab, auf dessen Grundstück sie gebaut werden soll. Kippig ist jedoch optimistisch, dass es klappt und noch dieses Jahr 30 Meter Leitung weiter verlegt werden könnten. Dann hätte Familie Voigt den Anschluss. "Der Plan ist, auch bis zur Nummer 30 weiter zu bauen, aber das schaffen wir nur scheibchenweise, in zwei, drei Jahren."

Laut Kippig sind 1,3 Prozent der Bevölkerung im Versorgungsgebiet des ZWW nicht an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen. "Hundert Prozent werden wir nie erreichen, es gibt einige zu weit abgelegene Grundstücke", sagt er. Zudem will der ZWW nicht unbedingt dort eingreifen, wo die Versorgung über Brunnengemeinschaften funktioniert. Doch die extreme Trockenheit in diesem Jahr habe auch bei vielen, die sich über Brunnen versorgen, zum Umdenken geführt. "Wenn der Brunnenstand nach unten geht, dann wird die Aufbereitung schwieriger", weiß der Geschäftsführer.

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