Dürre führt zu Ausfällen

Wasserkraftverband tagt in Bad Schlema

Bad Schlema.

Wasser ist ein wertvolles Gut. Nicht nur als Trinkwasser, sondern auch im Bereich Energiegewinnung spielt es eine große Rolle. Was passiert, wenn Wasser knapp wird, das haben Betreiber von Wasserkraftanlagen diesen Sommer bitter zu spüren bekommen.

Dies war auch eines der Themen bei der Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Wasserkraftverbandes Mitteldeutschlandes, die gestern Vormittag in Bad Schlema im Kulturhaus "Aktivist" stattgefunden haben. Bei der zum Teil öffentlichen Veranstaltung gab es Fachvorträge und im Anschluss die Möglichkeit, sich in zwei Wasserkraftanlagen im Poppenwald sowie in Bad Schlema umzuschauen.

In den Gesprächen bei der Tagung kam auch das Thema Dürre zum Tragen. Andre Härtel ist Leiter des Bereichs Energetik bei der Nickelhütte Aue: "Wir haben eine eigene Wasserkraftanlage, die eine der ältesten in der Region ist." Sie sei um das Jahr 1903 entstanden. "Doch durch die Dürre konnte die Anlage nur sporadisch genutzt werden. Da wir auch die Mindestabflussmenge über die Fischtreppe gewährleisten müssen, war dies nur dann möglich, wenn doch einmal Niederschläge gefallen sind", erklärte Härtel. In Summe sei der Betrieb über drei Monate nur eingeschränkt möglich gewesen, sagt der 38-Jährige.

Für Jens Siebert, der für die Wasserkraftanlage im Bereich der alten Holzschleiferei in Rittersgrün spricht, hat sich die Lage noch dramatischer dargestellt: "Durch die Dürre haben wir fast keinen Ertrag erzielt. Die Einbußen liegen im fünfstelligen Bereich."

Das ist in diesem Jahr kein Einzelfall. Der Wasserkraftverband Mitteldeutschland mit Sitz in Leipzig, der Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt umfasst, hat als Verein aktuell 210 Mitglieder. Geschäftsstellenleiterin Angela Markert: "Im Tiefland sind die Auswirkungen etwas geringer. Im Gebirge dagegen stehen die Anlagen zum Teil vier bis fünf Monate. Es kann im Durchschnitt mit einer Ertragseinbuße von 50Prozent gerechnet werden." (rabe)

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