E-Scooter-Trend rollt am Erzgebirge noch vorbei

Elektrische Tretroller erobern das Land - seit der Zulassung vor einigen Wochen. In der Region rollert indes kaum etwas.

Aue/Schwarzenberg.

Flink und schnell sind die zweirädrigen Straßenflitzer namens E-Scooter. In Deutschland sind sie zurzeit ein Trend für Fortbewegung, der zudem als umweltfreundlich gilt. Allerdings scheinen die Elektroroller in Großstädten wie Berlin deutlich begehrter zu sein als in den Städten des Erzgebirges mit ihren Steigungen. So hat sich noch keine Verleihfirma bei den Kommunen in der Region erkundigt. Dies bestätigt Schwarzenbergs Stadtsprecherin Katrin Hübner: "In jüngster Zeit wurde noch nicht von Anbietern nachgefragt." Doch vielleicht warten die Touristen schon sehnsüchtig auf Hilfe, um bequem zu den Sehenswürdigkeiten zu rollern? "Auch in der Stadtinformation haben wir bislang keinerlei Nachfragen nach Elektrorollern erhalten", sagt Hübner. Zudem sehe die Stadt Schwarzenberg derzeit keinerlei Bedarf an den flinken Flitzern.

Auch bei der Stadt Aue-Bad Schlema hat bislang kein Anbieter eines Elektroroller-Verleihs nachgefragt. Das bestätigt Ines Schieck von der Wirtschaftsförderung. Aus ihrer Sicht sind die Gegebenheiten einfach nicht ideal. Und auch im restlichen Erzgebirge sieht es derzeit wohl nicht anders aus. So bestätigte zwar die Sprecherin des Tourismusverbandes Erzgebirge, Tina Kopetzky, dass das Thema durchaus interessant ist. "Zum momentanen Zeitpunkt liegen uns als touristischer Dachverband aber keine Anfragen oder Angebote vor - weder aus privater, gewerblicher noch touristischer Sicht", teilt sie mit.

Eher erleichtert, dass der Roller-Trend an der Region vorbeirollt, ist Lutz Nauke, Sachgebietsleiter Verkehr der Stadt Aue-Bad Schlema. "Ich sehe die Elektroroller sehr skeptisch. Sie sind leise und schnell. Damit können sie zum Beispiel für Fußgänger eine Gefahr darstellen, obwohl sie nur auf der Straße fahren dürfen." Nauke hat dieses Risiko inGroßstädten schon beobachtet. "Nach der Genehmigung durch die Bundesregierung, wird es bestimmt Nachregelungen brauchen", schätzt er die Situation ein. Denn auch für die Rollerfahrer selbst besteht ein Gefährdungsrisiko. "Wenn sie auf der Straße fahren, können sie übersehen werden."

Für die Region kann sich Lutz Nauke nicht vorstellen, dass wie inGroßstädten ein Vermieter von E-Scootern seine Dienste anbietet. "Dafür ist der ländliche Raum mit seinen größeren Fahrwegen einfach zu unattraktiv."

Am Vogtland geht der Trend gleichfalls vorbei. Auch beim Tourismusverband Vogtland gab es bisher weder Anfragen von Firmen noch von Gästen. Das Bergauf-Bergab sauge den Akku zu schnell leer, vermutet man. Oder dass es in ländlichen Regionen oft enge, kurvige Straßen gibt. Verleihstationen sind dort wie auch im Erzgebirge nicht geplant. (mit em)

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