Ehemalige Schule wird Seniorenzentrum

Nach jahrelangen Verhandlungen schreiten die Arbeiten an der alten Gleesbergschule in Bad Schlema mittlerweile voran. Nach Umbau und teilweisem Neubau sollen ab März 2019 Senioren in das kernsanierte Gebäude einziehen.

Bad Schlema.

Mit Freude nimmt Bürgermeister Jens Müller (Freie Wähler) den Baufortschritt an der alten Gleesbergschule in Bad Schlema zur Kenntnis. Die Anstrengungen für eine Nachnutzung des Gebäudes haben sich reichlich 14 Jahre hingezogen. Rückschläge bei der Projektentwicklung, der Investoren- und Betreibersuche kosteten Zeit.

Doch das ist vorbei. "Ich möchte unter anderem dem Investor danken, der nach der Übernahme des Projektes vor circa drei Jahren hier mächtig aufs Tempo gedrückt hat und das Projekt zum Abschluss und Erfolg bringen wird", sagt Jens Müller. Mit ihm freuen sich zudem viele ehemalige Schüler und Lehrer, dass der weitere Verfall der Schule gestoppt wurde und das Gebäude damit der Abrissbirne entgeht.

Im Februar fiel schließlich der Startschuss für den Umbau der alten Gleesbergschule zu einem Seniorenpflegeheim. Umgesetzt wird dies von der Firma Fliesen Theissen aus Bocholt in Nordrhein-Westfalen. Die Jürgen & Christoph Theissen GbR tritt zudem als Investor auf. Betreiben wird das Heim später die Azurit Rohr GmbH aus Eisenberg in Rheinland-Pfalz.

"Bis auf die Grundmauern wurde das Gebäude komplett entkernt", berichtet Projektleiter Boris Uhlenbrock von der Firma Fliesen Theissen. Derzeit finden Rohr- und Elektroinstallationen sowie Fassaden- und Trockenbauarbeiten statt. In den nächsten Tagen beginnen die Putz-, Estrich- und Dacharbeiten. Im Anschluss daran folgen die Fliesenarbeiten. "Wir liegen komplett im Zeitplan", stellt der 39-Jährige aus Bocholt fest. Die Fertigstellung des neuen Seniorenzentrums ist für den März 2019 vorgesehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf elf Millionen Euro. Schwierigkeiten traten bislang bei den Aushubarbeiten auf. "Es musste durchgehend ein Ingenieurbüro vor Ort sein, welches gemessen hat, ob verstärkt Radon aus der Erde tritt. Wäre dies der Fall gewesen, so hätte man die Stelle sofort mit Spritzbeton verschließen müssen", erklärt Boris Uhlenbrock.

Nach Abschluss der Arbeiten wird das neue Seniorenzentrum insgesamt 95 Pflegeplätze bieten, die bereits ab November vergeben werden. Außerdem entstehen circa 40 neue Vollzeitarbeitsplätze, vorwiegend für Pflege-, Verwaltungs- und Reinigungspersonal.

Das Gebäude wurde ursprünglich 1955 eingeweiht und trug zunächst den Namen Mittelschule Schneeberg-Oberschlema. 1965 erfolgte die Umbenennung in POS "Otto Grotewohl". Zuletzt lernten Grundschüler in der "Gleesberschule". Im August 2003 wurde die Schule geschlossen.

Eine erste Idee zur Nachnutzung des Gebäudes war die Einrichtung eines Kinder-Hospizes. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Pflegeplätzen im Landkreis. Die Lage der Schule, ihre Bauart und die Raumaufteilung boten sich für eine Nachnutzung als Pflegeeinrichtung an. "Diese Entscheidung habe ich von Anfang an mitgetragen, mitentwickelt und stehe auch heute noch dazu", so Bürgermeister Jens Müller.

Vor dem eigentlichen Umbau vollzog sich außerdem ein sehr schwieriges Genehmigungsverfahren. Die Lage im Heilquellenschutzgebiet erforderten zahlreiche Gutachten, die wiederum umfangreiche Umplanungen nach sich zogen. Zudem mussten durch die benachbarte Tanzschule "Karo Dancers" entsprechende vertragliche Vorkehrungen hinsichtlich der baulichen Abstandsflächen und des Brandschutzes getroffen werden.

Bürgermeister Jens Müller hebt die Besonderheit der künftigen Einrichtung hervor: "Ein Schulgebäude und die Heimstätte der Tanzschule machen es zu einem Pflegezentrum mit Abhebungsmerkmalen." Daraus entstehe eine gute Symbiose aus den im Pflegeheim lebenden älteren Menschen und den in der Tanzschule zahlreichen Kindern und Jugendlichen. Eine Cafeteria soll zudem für eine Begegnungsstätte sorgen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...