Eibenstock will Familien Bauland bieten

Den Tourismus weiter zu entwickeln, kommt laut Bürgermeister Uwe Staab auch den Bewohnern der Stadt und ihrer Ortsteile zu Gute. Allerdings müsse entschieden werden, ob weiter in touristische Einrichtungen investiert werden soll.

Eibenstock.

Wie schaffen wir es, der Sogwirkung der Großstädte etwas entgegen zu setzen, als ländlicher Raum attraktiv zu bleiben, lebenswert für alle Generationen? Das ist die Frage, die Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab (CDU) über die kommenden Jahre stellt.

Dafür sieht er mehrere Herausforderungen: Die Grundversorgung - Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Betreuung - stabil halten, das Vereinsleben fördern, Firmen unterstützen, die Arbeitsplätze im Ort bieten, den Tourismus entwickeln, was auch für die Eibenstocker etwas bringe. Allerdings stehe der neue Stadtrat vor der Entscheidung, ob weiter in touristische Einrichtungen investiert werden soll und wenn ja, in welche. Neben dem Erweiterungsprojekt an den Badegärten sieht der Stadtchef eher den Fokus auf die Erhaltung und Weiterentwicklung bestehender touristischer Ziele gerichtet. Er zählt auf: "Bergbaulehrpfad am Gerstenbergweg, die Neugestaltung der Märchentour, die Umsetzung des touristischen Entwicklungskonzepts in Carlsfeld, die Radwege."


Im Tourismus sollen neue Wege bei der Vermarktung gegangen werden. Die Stadt will zweiminütige Filmtrailer zu Themen wie Wandern, Radfahren, Weihnachten oder Winter in Eibenstock von einer Firma erstellen lassen. Sie sollen touristischen Einrichtungen kostenlos zum Downloaden zur Verfügung gestellt werden.

Staab hofft darauf, dass es auch in Zukunft Förderung für den Erhalt der Infrastruktur geben wird. "Die letzten fünf Jahre waren vor allem im Straßenbau die mit den intensivsten Investitionen, aber es gibt nach wie vor Bedarf." Eibenstock hat mit seinen Ortsteilen ein 60,3 Kilometer umfassendes Straßennetz. Zwei Drittel davon sind fertig gebaut. Allerdings schätzt Staab ein: "Straßen, die Anfang der 1990er-Jahre gebaut wurden, fliegen uns jetzt schon wieder um die Ohren." Bis 2022 wurde ein Bedarf von Investitionsmitteln für Straßen und Brücken zwischen 5,4 und 5,7 Millionen Euro ermittelt. 1,7 Millionen Euro Eigenmittel hat die Stadt im Finanzplan für die Zeit bis 2022 vorgesehen.

Staab kritisiert, dass aktuell die Entwicklung großer Städte "mit Geschenken unterstützt" wird. Vielmehr wünscht er sich Förderung des ländlichen Raums, indem zum Beispiel die Zugangsbedingungen zur Ansiedlung von Gewerbe erleichtert würde. Beim Klimaschutz würde er sich eine Anerkennung für die Anstrengungen wünschen, die Kommunen dafür unternehmen. Eibenstock wurde mehrfach der Titel "Familienfreundlicher Ort" verliehen. Das will man bleiben. "Das ist einer der wichtigsten Haltefaktoren", sagt Staab. So gebe es in jedem Ortsteil ein Baugebiet, wo Familien Eigenheime errichten können.

Zwei aktuelle Sorgenkinder macht Eibenstocks Bürgermeister für Carlsfeld und Wildenthal aus: Bei dem einen Ortsteil ist es die Turnhalle, bei dem anderen das Saafnlob-Haus. Während alle anderen öffentlichen Gebäude in Eibenstock und seinen Ortsteilen saniert seien, sind die beiden in schlechtem baulichen Zustand. "Das Saafnlob-Haus als historisches Gebäude muss für Wildenthal erhalten bleiben. Bei der Turnhalle in Carlsfeld ist die bauliche Substanz zu prüfen." Unheimlich viel Geld habe die Stadt in den letzten Jahren in die Hand genommen, um baufällige Gebäude zu kaufen und abreißen zu lassen. "In den nächsten Jahren ist da noch einiges zu tun", sagt Staab.


Was sich Bürger wünschen

Was wünschen sich Bürger vom neuen Rat? "Freie Presse" hat sich in Eibenstock umgehört:

Silke Dickescheid (43), Eibenstock:

Ich wünsche mir angeregte Diskussionen, wie die Stadt weiterhin positiv gestaltet werden kann. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, dass sich die Leute wohlfühlen in Eibenstock, dass sie hier arbeiten und wohnen möchten, und dass sich Gewerbe ansiedelt.

Christoph Beetz (57), Carlsfeld:

Beim Stadtrat kann man nicht wie beim Weihnachtsmann einen Wunschzettel abgeben. Carlsfeld hat einiges an Projekten auf dem Zettel stehen, Abbruch des alten Glaswerks, Entwicklung des Dorfplatzes bis hin zum Hirschkopf mit dem Nordic Park. Wir wünschen uns, dass in den nächsten Jahren so viel wie möglich davon realisiert werden kann.

Elena Hatzel (48), Eibenstock:

In der Stadt ist derzeit relativ wenig los. Es wäre nicht schlecht, wenn dort etwas mehr passieren würde, was die Stadt insgesamt belebt und attraktiver macht für Einwohner und für Gäste. In Fragen Wohnungen könnte etwas getan werden. Für Leute, die in der Stadt Wohnraum suchen, ist es eher schwierig. Eine Begegnungsstätte oder Ähnliches für junge Leute wäre gut. (wend)


Zahlen und Fakten

Die Gesamtfläche der Stadt Eibenstock beträgt 112 Quadratkilometer, das ist flächenmäßig die zweitgrößte Kommune im Erzgebirgskreis.

Eibenstock hat insgesamt 7377 Einwohner. Die neun Ortsteile sind Eibenstock (4319), Blauenthal (56), Sosa (1955), Carlsfeld (620), Neidhardtsthal (98), Oberwildenthal (10), Weitersglashütte (43), Wildenthal (234), Wolfsgrün (42).

Im jetzigen Stadtrat ist die CDU mit elf Vertretern stärkste Kraft. Die SPD hat vier Sitze, die Linke, der Gewerbeverein und der Förderverein der Grundschule Sosa jeweils einen.

375 Gewerbe sind in Eibenstock angemeldet. Es gibt zwei Grundschulen (in Eibenstock und in Sosa), eine Oberschule in Eibenstock sowie vier Kindertagesstätten (Kita "Spatzennest" und evangelische Kita in Eibenstock, Kita "Sapperle" in Carlsfeld, Kita "Sonneneck" der Diakonie in Sosa).


Diese Kandidaten treten an

Bewerber der Christlich Demokratischen Union (CDU): Oliver Ternick, Volker Böhm, Alexander Hodeck, Tobias Unger, Henrik Roßbach, Ines Markstein, Jens Siebert, Lydia Goldhahn, Ruben Klöppel, Anja Baumgärtel, Gerhard Janietz, Reiner Lautenschläger, Markus Teubner, Joachim Ullmann, Gunter Zebisch, Roland Frölich, Wolfgang Unger, Volkmar Reißmann, Frank Hahn.

Bewerber der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD): Thomas Roßbach, René Müller, Ralf Kröhl, Christine Schubert, Rolf Baumgarten, Andreas Müller, Peter Ruf, Günter Schmidt.

Bewerber der Freien Wählervereinigung Eibenstock (FWV): Hans-Jürgen Graf, Tommy Gruszynsky, Annette Oelsner, Tom Schubert, Carmen Wichmann, Dieter Hartig, Carmen Hartig, Bernd Mahling, Birgit Drotleff, Christoph Heinze.

Bewerber der Linken: Kai Brenner, Bianka Brenner.

Bewerber des Gewerbe- und Tourismusvereins Eibenstock: Annett Benkert, Sascha Döhler, Maik Förster, Wolfram Christ, Ivonne Pollmer.

Bewerber des Fördervereins der Grundschule Sosa: Beate Unger, Yvonne Unger.

Bewerber der Alternative für Deutschland (AfD): Lukas Galhofer, Robin Weigel, Reinhard Springer, Frank Hannemann, Reiner Gutzmerow, Klaus Reifschneider.

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