Ein lila Herz für Aue: Wie die Stadt ihr Image aufpolieren will

Die Große Kreisstadt will sich künftig als pulsierendes Zentrum vermarkten. Helfen sollen ein überdimensionales Herz-Modell, das bald auf dem Altmarkt aufgestellt wird, und sieben Lebensadern.

Aue.

Schon in wenigen Wochen soll es auf dem Altmarkt stehen: ein großes, begehbares Herz mit lilafarbener Sitzbank. Ein Hingucker, der eine wichtige Aufgabe hat: Aue als eine lebens- und liebenswerte Stadt zu zeigen. Und das geht so.

Das begehbare Herz ist Teil des Projektes "Das lila Herz schlägt". Dabei sollen vom Markt aus mehrere Pfade, die Lebensadern genannt werden, durch ganz Aue führen, vorbei an historischen Bauten und wichtigen Aufenthaltspunkten. Mit Hilfe von Infotafeln und Schildern an den Strecken sollen Gäste, aber auch die Auer selbst, die Sehenswürdigkeiten der Stadt dann auf eigene Faust erkunden können.


Mit dem Projekt, das das Image der Stadt aufpolieren soll, hatte Aue-Bad Schlema beim jüngsten Städtewettbewerb "Ab in die Mitte!" den ersten Platz abgeräumt. Insgesamt 18 Kommunen beteiligten sich an der City-Offensive. Die Jury lobte damals: "Das Projekt von Aue begeistert mit seinem klaren und herzlichen Bekenntnis zu den tief verwurzelten Identitäten dieser traditionsreichen Bergbaustadt."

Wie Ines Schieck von der Wirtschaftsförderung der Stadt berichtet, wird es insgesamt sieben Lebensadern geben. Eine Ader nennt sich beispielsweise Religion und führt Besucher an den vielen Kirchen Aues vorbei. Die Ader Industrie schlängelt sich entlang großer Betriebe, darunter sind etwa Curt Bauer, die Auerhammer Metallwerke und die Nickelhütte Aue, zeigt aber auch alte Industriebauten wie die ehemalige Wellner-Fabrik. "Die Ader Gesundheit bindet auch Bad Schlema ein und geht in Richtung Kurbad", sagt sie. Der Fokus des Projektes, das vor der Fusion mit dem Nachbarort entwickelt wurde, liege aber auf Aue.

Die vier anderen Adern - Ines Schieck nennt sie auch Wanderrouten - informieren über die Bereiche Sport, Bergbau, Kunst und Kultur sowie Radwege. Die Adern, so die Idee, sollen die vielen Stärken und Vorzüge der Großen Kreisstadt herausstellen. "Viele Leute wissen ja gar nicht, was Aue alles zu bieten hat", sagt sie. Aue als ein pulsierendes Zentrum zu zeigen - das ist die Idee.

Die Kosten für Herz und Adern schätzte die Stadtverwaltung zuletzt auf rund 170.000 Euro. Als Preisgeld für den ersten Platz hatte Aue bei der City-Offensive 30.000 Euro gewonnen. Schieck sagt: "Das Projekt soll über die nächsten zwei, drei Jahre vervollständigt werden."

Dabei entstehen im Zentrum auch mehrere Fotopunkte. Einer davon: die Schulbrücke. Sie wird im Zuge des Lila-Herz-Projekts zur Liebesbrücke umfunktioniert. Heißt: Am Geländer soll ein Drahtseil gespannt werden, an das verliebte Paare ein Schloss hängen können.

Laut Schieck ist künftig auch eine Erweiterung der Adern in Richtung der Nachbarorte möglich. "Wir wollen unsere Region besser vermarkten", sagt sie. "Und der Besucher sieht keine Ortsgrenzen."

Startschuss wird nun das Aufstellen des begehbaren Herzens sein. Bis es soweit ist, wird an dem Modell aber noch gefeilt - bislang gibt es nur einen Entwurf in Miniatur. Das Original fertigt derzeit der Holzbildhauer Robby Schubert aus Lößnitz. Ein Edelstahlrahmen wird das Herz formen, die Rückenlehne die Stadtsilhouette zeigen.

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