Ein Mini-Bike gebaut aus Busteilen

Dorfchemnitz wurde am Wochenende zum Treff der RT-125-Fans. Diesmal standen Eigenbaumaschinen im Mittelpunkt. Die Bauteile haben eine überraschende Vergangenheit.

Dorfchemnitz.

Walter Wilke aus Leipzig ist Stammgast beim RT-Treffen in Dorfchemnitz. Bereits zum elften Mal in Folge nahm er am Wochenende an der Veranstaltung teil, die zum zwölften Mal stattfand. Der Liebhaber des Motorrads präsentierte dabei seine Mini-RT. Das Gefährt ist nicht einmal halb so groß wie eine normale RT. Es ist eine von zwei Maschinen, die ein Leipziger Kfz-Techniker 1974 für seine beiden Töchter baute.

"Der Motor, das Getriebe sowie die eingekürzte Gabel stammen von einer RT 125, der Tank und der Auspuff wurden eigentlich bei DDR-Mopeds verbaut. Die Räder gehörten zu einer Schubkarre, der Sitzbezug stammt von einem DDR-Omnibus, das Rücklicht von einem Mofa und das Zündschloss von einem Ikarus-Bus", benennt Walter Wilke die einzelnen Bestandteile seiner besonderen Maschine. Der 58-Jährige hat für das Motorrad im Miniformat jedoch keine Straßenzulassung. Aus diesem Grund darf er mit seiner Mini-RT nur auf seinem Grundstück fahren. Dort bringt er hin und wieder auch Kindern das Fahren auf der Maschine bei.

Insgesamt wurden bei dem diesjährigen Treffen rund 350 Motorräder gezeigt, die Hälfte davon waren RTs. "Dabei handelt es sich um ein Motorrad mit 125 Kubikzentimetern Hubraum, welches von 1940 bis 1945 sowie von 1949 bis 1965 in Zschopau und von 1949 bis 1957 in Ingolstadt produziert wurde. Die Konstruktion war einfach und zuverlässig, weshalb es sich um das meistkopierte Motorrad der Welt handelt", erklärte Claus Uhlmann. Der 58-Jährige ist der Vorsitzende des Motorradfahrerstammtisches in Dorfchemnitz, der das Treffen am Wochenende organisiert hatte. Los ging es am Samstagnachmittag mit den beliebten "Benzingesprächen", bei denen sich die Besucher miteinander über ihre Maschinen unterhielten. Den Abend ließen die RT-Liebhaber bei einem kleinen Lagerfeuer ausklingen. Der Höhepunkt des Treffens folgte am Sonntag mit einer Rundfahrt. Die Strecke führte über Zwönitz nach Elterlein, Waschleithe, Beierfeld, Bernsbach, Grünhain und wieder zurück. Ein weiterer Höhepunkt war eine Sonderausstellung zum Thema "Eigenbaumaschinen". Dabei handelt es sich um Motorräder, welche komplett selbst aufgebaut worden sind.

Das nächste RT-Treffen soll voraussichtlich am letzten Augustwochenende in zwei Jahren stattfinden.

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