Ein Stück Fernwanderweg als Stolperfalle

Der Bockauer Weg wird im Waldgebiet zwischen Schwarzenberg und Lauter zum Communalweg. Und dort auf einem Abschnitt zur Gefahrenquelle für alle Wanderer und Radfahrer. Der Sachsenforst sagt für 2020 Abhilfe zu - sofern Geld zur Verfügung steht.

Schwarzenberg/Lauter.

Manfred Weiß aus Lauter wandert viel, ist mit dem Fahrrad unterwegs, sucht gern Pilze. Dabei nutzt der 72-Jährige oft einen Weg, der von Schwarzenberg-Heide in Richtung Conradswiese führt und im Wald seinen Namen von Bockauer Weg in Communalweg ändert. Schon lange ärgert sich Weiß, wie andere Natur-, Heimat- und Wanderfreunde auch, über ein Stück dieses Weges im Bereich zwischen dem Waldeingang aus Richtung Schwarzenberg und dem Abzweig der nach Lauter führenden Antonsthaler Straße. "Der Zustand dort ist so miserabel, dass es für Radfahrer und Fußgänger Sturz- und Verletzungsgefahren gibt", sagt der Rentner. Mit Wasser gefüllte Löcher, bröckelnde Reste einstiger Beläge, ausgebrochene Ränder, in die Wegführung hineinragende Äste und Sträucher - "das kann so nicht bleiben", meint der Lauterer. "Wenn die Beschilderung stimmt, ist das sogar ein Teil des Europäischen Fernwanderweges E 3. Wer immer dafür zuständig ist, muss etwas machen." Dabei gehe es nicht darum, eine perfekte Fahrbahn zu schaffen, zumal der Communalweg nur für Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft freigegeben ist. Doch gefahrloses Laufen und Radfahren sollte möglich sein.

Wem aber gehört das kritisierte Wegestück? Kurz vor einer Lichtung verlässt der Weg die Gemarkung Schwarzenberg, war auf Nachfrage zu erfahren. Bis dorthin ist der Zustand gut; bis zum Abzweig Griesetalweg asphaltiert, danach mit einer mineralischen Deckschicht, die laut Steffen Blechschmidt aus dem Stadtbauamt 2011 aufgezogen wurde.

Nächste Anfrage: Stadt Lauter-Bernsbach. Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler): "Mir ist das Problem schon länger bekannt. Der Weg ist ein Wirtschaftsweg des Sachsenforsts und, soviel ich weiß, zur Instandsetzung vorgesehen." Die Stadtverwaltung Lauter-Bernsbach nimmt Anliegen von Einheimischen und Besuchern ernst, die in der Tourismus- und Montanregion Erzgebirge auf Tour sind. So wurde 2018 nach Kritik von Wanderfreunden aus Schwarzenberg der auf Lauterer Flur liegende Alpine Steig im Burkhardtswald zwischen Lauter und Aue in Ordnung gebracht.

Aber was wird nun mit der Stolperfalle auf dem Communalweg? "Ja, wir kennen das Problem und haben das Wegestück, für das wir zuständig sind, mit Priorität in die Planung für 2020 genommen", erklärt Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock. "Derzeit prüfen wir das Material, da ein Rückbau der ehemaligen Bitumenstraße notwendig ist. Eine einfache Reparatur ist auf Grund der Bauweise nicht sinnvoll." Schusser weist jedoch darauf hin, dass die Verwirklichung vom Bereitstellen von Haushaltsmitteln abhängt. "Frühestens ab Februar 2020 wissen wir, ob dafür Geld zur Verfügung steht. Gegenwärtig ist die Haushaltslage sehr angespannt, weil die Borkenkäfersituation alle Kräfte und Mittel bindet. Der Holzmarkt ist außerordentlich schwierig, und die Erlöse aus dem Holzverkauf sind minimal. Trotzdem sind wir gewillt, sobald es möglich ist, den kritisierten Wegezustand zu verbessern."

Das entspricht den Kooperationsvereinbarungen, die der Forstbezirk schon mit mehreren Kommunen, darunter Schwarzenberg und Lauter-Bernsbach, geschlossen hat. Bessere Kommunikation ist dabei ein Aspekt. Aber es gibt auch eine praktische Komponente. So soll jährlich festgelegt werden, welche Bänke, Schutzhütten oder Informationstafeln erneuert, welche Sichtschneisen freigeschnitten und welche Wege verbessert werden müssen.

Nicht nur Manfred Weiß aus Lauter hofft, dass dabei der Communalweg bald eine Rolle spielt. Selbst wenn erst einmal nur die größten Stolperstellen entschärft würden.

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