Eine-Welt-Laden - 30 Jahre faire Vielfalt

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Der Verein, der hinter dem Geschäft steht, hat einen sperrigen Namen, aber ein klares Ziel: Er will Verständnis für die Probleme der Welt wecken. Ist nicht immer leicht, schmeckt aber gut.

Aue.

Kaffee aus Nicaragua, Tee und Gewürze aus Indien, Schmuck und Specksteinfiguren aus Afrika - das Angebot im Eine-Welt-Laden im Auer Bürgerhaus ist vielfältig und bunt. So wie die Welt. Vieles davon hat Frank Schmidt selbst schon probiert. Der 58-Jährige ist der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Verständnisses für die Probleme der Einen Welt. Mit diesem etwas sperrigen Namen sind Frauen und Männer vor mehr als 30 Jahren angetreten, um genau dieses Verständnis in der Region zu vermitteln. Deshalb sieht Schmidt die Hauptaufgabe des Vereins in der Bildungsarbeit. Dieser organisiert normalerweise vier bis sechs Vorträge im Jahr rund um diese Thematik. Zuletzt fanden alle nur online statt. Doch in der Außenwirkung ebenso wichtig ist der Eine-Welt-Laden in Aue, der vor 30 Jahren eröffnet wurde.

Weil dort Lebensmittel verkauft werden, durfte er auch im Lockdown geöffnet bleiben. Allerdings nur verkürzt, denn die meist älteren ehrenamtlichen Helfer, die den Verkauf übernehmen, hatten sich zu ihrer eigenen Sicherheit auch eine Zeit lang zurückgenommen. Ab März will man aber wieder zu den normalen Öffnungszeiten zurückkehren, so Schmidt. Er betont, dass man an der Öffnung des Ladens die ganze Zeit auch deshalb festgehalten habe, weil es um die Leute geht, die die Produkte herstellen, für die würden Einnahmen wegbrechen.

Frank Schmidt ist fest überzeugt davon, dass die 600 bis 700 Produkte im Eine-Welt-Laden tatsächlich fair gehandelt sind. "Sie tragen das Siegel der World Fairtrade Organisation", sagt er. Bezogen werden sie über "Die Faire" in Dresden, einer Genossenschaft, die die Waren aus Afrika, Asien oder Südamerika bezieht. "Wir haben uns diesen Händler ausgesucht, weil er für uns gut erreichbar ist. Wir sind zwei- bis dreimal im Jahr dort und können uns die Produkte selbst anschauen und in die Hand nehmen", beschreibt der 58-Jährige die Vorteile. Weitere Importgesellschaften, von denen die Auer ihre Waren beziehen, sind die Fair Trade Company Gepa, El Puente und Weltpartner.

"Wir fühlen uns im Bürgerhaus gut aufgehoben", so Schmidt. Das Haus gehört der Wohnungsbaugesellschaft Aue, Nutzer ist der Förderverein Jugend-, Kultur- und Sozialzentrum Aue, dem 16 Vereine angehören, darunter der Verein Aktion Eine Welt. Das heutige Bürgerhaus, vielen Auern auch bekannt als Gantenberg-Villa, wurde in den Jahren 1991 bis 1993 renoviert, in dieser Zeit befand sich der Eine-Welt-Laden in der Schneeberger Straße. Für die Räume im Bürgerhaus zahlt der Verein Aktion Eine Welt laut seinem Vorsitzenden nur wenig Miete, auch sonst habe man wenig Aufwendungen, unter anderem was das Gehalt für Mitarbeiter betrifft. Seit 2012 sind ausschließlich ehrenamtliche Helfer tätig.

Insgesamt sechs Eine-Welt-Läden gibt es im Erzgebirge. Der in Aue hat eine Außenstelle in Eibenstock, die anderen befinden sich in Marienberg, Zschopau, Annaberg-Buchholz und Schneeberg.

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