Enkeltrick: Auerin büßt Zehntausende Euro ein

Angebliche Nichte führt Seniorin hinters Licht - Polizei warnt vor Masche

Aue/Schneeberg.

Mit einer Variante des Enkeltricks haben Betrüger jetzt in Aue von einer Seniorin mehrere Zehntausend Euro erbeutet. Das berichtet die Polizei. Am Dienstag hatte sich bei der Frau am Telefon eine vermeintliche Nichte gemeldet, die wegen einer Notlage um eine hohe Geldsumme bat.

Die Auerin übergab daraufhin an ihrer Wohnungstür das Bargeld an eine unbekannte Botin. Laut Polizei trug diese schwarzes, schulterlanges Haar und fuhr mit einem weinroten Kleinwagen davon. Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Der Schwindel fiel der Seniorin erst auf, als sie kurze Zeit später mit ihrer echten Verwandtschaft telefonierte. "Dass dann sofort Anzeige erstattet wurde, ist richtig", erklärt Polizeisprecher Andrzej Rydzik. Einige Opfer scheuten leider den Gang zum Revier aus Scham.

Meldungen über Enkeltrick-Betrüger machen in der Region immer wieder Schlagzeilen. "Allein in den vergangenen beiden Monaten gibt es vier Fälle, in denen sich der Schaden auf insgesamt 150.000 Euro beläuft", sagt Andrzej Rydzik. Im Fall der Auerin lag das Geld direkt in der Wohnung parat. "Insbesondere bei älteren Leuten ist es nicht ungewöhnlich, dass sie größere Summen zu Hause haben."

Laut Rydzik schlägt das Gros der Betrugsversuche fehl. So wie diese Woche in Schneeberg. Wie die Polizei berichtet, hatte sich ein Anrufer bei einem weiteren Senioren gemeldet, der sich aber nicht hinters Licht führen ließ. Ähnliche Anrufe gab es bei älteren Menschen in Mittelsachsen, darunter in Hainichen, Frankenberg und Freiberg. Dabei wurde ebenfalls kein Geld übergeben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Enkeltrick-Betrügereien von einer Art Netzwerk geplant und gesteuert werden, in dem sich mehrere Kriminelle die Arbeit teilen. "Die Anrufer melden sich dabei häufig aus dem Ausland", so Andrzej Rydzik. "Sie nehmen sich ein Telefonbuch her und suchen nach Vornamen, die typisch sind für Senioren. Bei einem Kevin rufen sie deshalb eher nicht an." Die Polizei rät, bei verdächtigen Anrufen aufzulegen und im Zweifel die Verwandten zu kontaktieren.

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