Erste papierlose Ratssitzung

Die Stadt Grünhain-Beierfeld stellt aufs digitale Zeitalter um. Stapel von Beschlussvorlagen gehören der Geschichte an.

Grünhain-Beierfeld.

Mehr als 70 Seiten Beschlussvorlagen und Erläuterungen hätte es für jeden der 19 Stadträte von Grünhain-Beierfeld für die Ratssitzung am Montagabend bedurft. Plus Exemplar für die Presse wären das grob gut 1400 Seiten Papier gewesen, das bedruckt worden wäre. Damit ist nun Schluss. Zumindest ist das erklärtes Ziel der Umstellung auf digitale Technik.

Allein der Abwägungsbeschluss zum neuen Bebauungsgebiet in Waschleithe hatte mehr als 20 Seiten. Nun also können die Räte auf ihren Laptops, Tablets oder Handys all die Akten einsehen - über das Ratsinformationssystem. Für Thomas Lötzsch, der mit 75 Jahren der älteste Vertreter im Rat ist, sei dieser Schritt "längst überfällig", wie er sagt. Auf seinem Laptop klickt er die Beschlussvorlagen auf. "Das ist eine gute Sache und hätte schon viel eher kommen müssen. Von dem Geld fürs Papier können wir anderes machen", sagt er. Seit 1989 sitzt Lötzsch im Rat. Die seither ausgereichten Unterlagen füllen in seinem Haus inzwischen mehrere Schränke. Für Steffen Köhler, mit 36 Jahren der jüngste und erst seit 2019 aktive Stadtrat, ist diese Umstellung eine richtige und zeitgemäße Entscheidung. Das Handling sei kein Problem. Nur ein Tablet will er sich jetzt zulegen, das Display auf dem Handy sei doch etwas zu klein, sagt er.

Nur mit Handy kam auch Stadträtin Corny Kanofsky zur Sitzung. "Ich guck mir die Unterlagen vor der Sitzung in Ruhe zu Hause am PC durch. Da reicht das Handy für die Sitzung. Es sei denn, ich will mal was konkret hinterfragen, da mach ich mir vorher Notizen", sagt sie. Allerdings war gegen Ende der Sitzung ihr Akku nieder. Heißt: Demnächst Ladekabel einstecken! Wlan-Nutzung ist im Technikzentrum für alle möglich. Doch mancher wünscht sich "wenigstens die Beschlüsse auf Papier", um dort das Abstimmungsergebnis notieren zu können. Doch das geht sicher auch via Tablet. "Das sind Dinge, die wir noch rausfinden", sagt Stadtchef Joachim Rudler.

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