Erster Corona-Verdachtsfall in Auer Klinik

Im Helios-Krankenhaus wurde ein Patient mit Symptomen der neuen Krankheit aufgenommen. Derzeit befindet er sich auf der Isolierstation. Die Klinik-Leitung stellt sich mit verschiedenen Vorkehrungen auf eine mögliche Pandemie ein.

Aue .

In Aue gibt es den ersten Verdachtsfall auf eine Erkrankung durch das Coronavirus. Der Erzgebirger, der im Urlaub in Italien war und über erkältungstypische Krankheitssymptome klagte, hatte sich telefonisch im Helios-Klinikum gemeldet, erklärte am Freitag der Geschäftsführer Marcel Koch.

Nach dem Anruf wurde der Patient am Donnerstag auf der Isolierstation des Krankenhauses aufgenommen. Dabei sei durch Sicherheitsmaßnahmen darauf geachtet worden, dass er weder Patienten noch Mitarbeiter anstecken kann. Ob sich der Erzgebirger tatsächlich mit dem Virus infiziert hat, kann erst ein Test zeigen. "Das Ergebnis steht innerhalb von 24 Stunden fest. Die Tests werden in Dresden und Berlin durchgeführt", sagte Koch.

Wie der Geschäftsführer erklärte, hat der Erzgebirger alles richtig gemacht. "Wichtig ist, dass sich Patienten, die glauben, sie könnten mit dem Virus infiziert sein, sich zuerst telefonisch bei uns melden. Dafür haben wir extra eine Hotline eingerichtet", erklärte Koch. Dies ist eine der Maßnahmen, mit der sich das Klinikum auf die neue Krankheit vorbereitet hat. "Wir wollen vermeiden, dass Infizierte ohne Anmeldung ins Krankenhaus kommen und dann Mitarbeiter oder Patienten anstecken." Deshalb sollte, wer deutliche Symptome eines Atemwegsinfektes hat oder innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Corona-Risikogebiet gewesen ist, erst die Hotline des Helios-Klinikums unter 03771 583999 anrufen.

Wer noch keine schweren Krankheitssymptome zeige, solle sich an das örtliche Gesundheitsamt oder den Hausarzt wenden. "Doch auch Patienten, die zu ihrem Hausarzt gehen, werden gebeten, vorher dort anzurufen", sagte Koch.

Nach Aussage des Helios-Geschäftsführers ist die Klinik sehr gut auf die neue Krankheit vorbereitet. So verfügt das Krankenhaus über eine Isolierstation auf der bis zu 35 Patienten betreut werden können. Zuständig für die Verdachtsfälle und die tatsächlichen Erkrankten ist Thomas Junghans. Er ist der Hygienearzt des Hauses und hat bereits die Helios-Mitarbeiter geschult. "Wichtig ist, dass sich jeder die Hände desinfiziert", sagt der Arzt, der immer eine kleine Flasche Desinfektionslösung dabei hat. Das medizinische und pflegerische Personal ist nach einem Hygieneplan auf Grundlage der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts eingewiesen. So sollen nach der Behandlung von Patienten immer die Hände desinfiziert werden. Auch Besucher haben im Eingangsbereich der Klinik dazu die Möglichkeit. "Wichtig ist, dass sie sich beim Betreten des Hauses die Hände desinfizieren", erklärte Koch. Denn für die Patienten und Mitarbeiter seien vor allem die Keime gefährlich, die von draußen in das Krankenhaus gebracht würden.

Doch nicht nur auf der Isolierstation können Patienten aufgenommen werden. Im Notfall kann auch ein Haus des Klinikums zur isolierten Behandlung von bis zu 100 Patienten genutzt werden. "Wir nehmen das Coronavirus ernst, aber verfallen nicht in Panik", sagte Koch. Im Falle einer Pandemie besteht die Möglichkeit, geplante Operationen und Eingriffe zu verschieben, um verstärkt Corona-Patienten zu behandeln.

Der Geschäftsführer hat nicht nur die Patienten, sondern auch seine Mitarbeiter im Blick: "Wenn aufgrund des Coronavirus Kindergärten und Schulen geschlossen werden, müssen wir vorbereitet sein. Denn wir haben Kollegen, die dann ihre Kinder betreuen müssen."

Nach Aussage des Geschäftsführers stehe die Erforschung des Coronavirus noch am Anfang: "Daher müssen immer wieder auch Aussagen korrigiert werden. Für uns zählt der Kenntnisstand des Robert-Koch-Instituts." Dabei kann eine Erkrankung ganz unterschiedlich verlaufen. Ein Test, ohne dass typische Symptome bestehen, hält Koch nicht für sinnvoll. Da der Test in diesem Falle häufig falsche Ergebnisse liefere und die getestete Person sich in falscher Sicherheit wiege.

Bei dem Patienten im Auer Helios-Klinikum handelt sich es nicht um den ersten Corona-Verdachtsfall im Erzgebirge. Am 9. Februar konnte eine Person die häusliche Isolation verlassen. Ihr Arbeitskollege in Bayern war positiv auf Corona getestet worden. Es zeigte sich jedoch: Die betroffene Person, deren Wohnort nicht veröffentlicht wurde, hatte keinen direkten Kontakt mit dem Arbeitskollegen. Weitere Gewissheit hatte ein Labortest gebracht. Er fiel negativ aus. "Die Familienmitglieder wurden ebenfalls negativ getestet", teilte dazu Andreas Friedrich, Sprecher des Sozialministeriums, auf Nachfrage mit.

Update: Bei dem Verdachtsfall handelt es sich nicht um das Corona-Virus. Das teilte das Auer Helios-Klinikum am Samstagmorgen mit. Ein Erzgebirger, der im Urlaub in Italien war und über erkältungstypische Krankheitssymptome klagte, hatte sich telefonisch im Helios-Klinikum gemeldet. Nach dem Anruf wurde der Patient am Donnerstag auf der Isolierstation des Krankenhauses aufgenommen.


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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    5
    VBSASZ
    28.02.2020

    Sind Sie sicher, dass durch Sicherheitsmaßnahmen jemand angesteckt werden kann?
    "Dabei sei darauf geachtet worden, dass er durch Sicherheitsmaßnahmen weder Patienten noch Mitarbeiter anstecken konnte."