Erzgebirgsatlas: Mehr als 2000Berge auf 180 Seiten

Zwei Jahre hat Frieder Berger mit dem Grafikdesigner Thomas Hasse an dem Kartenwerk gearbeitet. Am Freitag stellen die Autoren es erstmals vor.

Wolkenstein.

"Geschafft." Stolz präsentiert Frieder Berger sein neues Werk. Zwei Jahre hat es gedauert, bis er fertig war, der Erzgebirgsatlas: mehr als 2000 Berge auf 100 Karten im Maßstab 1:40.000 auf insgesamt 180 Seiten Hochglanzpapier. "Mein bisher aufwendigstes Buch - das ich ohne Unterstützung nicht fertig gebracht hätte", sagt der Wolkensteiner. Am kommenden Freitag stellen die Autoren das Werk im Gasthof Hilmersdorf vor.

Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich der mittlerweile 71-jährige Autor mit Bergen, Felsen und Aussichtstürmen des Erzgebirges auf deutscher und tschechischer Seite. Von seinen 2013 erstmals und mittlerweile in drei Bänden erschienenen "Erhebungen des Erzgebirges" sind bisher knapp 6000 Exemplare verkauft worden. Band 1, der sich mit den 800, 900 und 1000 Meter hohen Bergen beschäftigt, ist ausverkauft. "Ich werde das Buch im kommenden Jahr überarbeiten und neu auflegen lassen", kündigt Frieder Berger an.

Doch am Freitag wird er mit seinem Co-Autor zunächst sein neues Buch präsentieren. Das Kartenwerk - für den Autor die Krönung seiner Heimatforschertätigkeit - hat den Wolkensteiner länger und intensiver beschäftigt, als er das geplant hatte. "2017 habe ich mit dem Konzept angefangen, dann haben wir ein Jahr lang Unmengen von Karten gesichtet und Tabellen erstellt sowie ein weiteres Jahr in die Umsetzung investiert", berichtet Frieder Berger.

Die Autoren haben nahezu alle Karten, die Berger im Internet sowie beim Dresdner Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung gefunden hat, sowie historisches Kartenmaterial durchforstet, zudem mit mehreren Heimatfreunden gesprochen, die ihn auf nur regional bekannte Höhen hinwiesen. "Allein der Mildenauer Heimatforscher Heiko Melzer hat mir insgesamt 16 lokale Bezeichnungen wie Schösserberg, Weinberg und Mühlliebbuckel in seinem Ort genannt, die ich selbst nicht kannte. Ähnliche Zuarbeiten erhielt ich unter anderem aus Geyer, Grünhain-Beierfeld und Gera", legt der Autor dar.

Neben der nahezu lückenlosen Erfassung der Berge sind auch deren Bezeichnung im Volksmund sowie eine Auswahl bekannter Felsen enthalten. Ebenso ehemalige Berge, die aufgrund der Erschließung von Steinbrüchen sowie des Bergbaus nicht mehr existieren. "Dazu zählen beispielsweise der einst zwischen Leubsdorf und Borstendorf befindliche Buchenberg sowie der Stümpelfelsen bei Hammerunterwiesenthal", listet der Autor Beispiele auf.

Dass alle diese Erkenntnisse nun in gedruckter Form vorliegen, sei der Zusammenarbeit mit dem Falkensteiner Marketing- und Grafikfachmann Thomas Hasse und dessen Lebensgefährtin Anett Spindler zu verdanken. "Ohne die beiden und ihre Grafikdesign-Kenntnisse hätte ich diese umfangreiche Arbeit mit den Karten, vor allem auf der tschechischen Seite, nicht bewältigt", sagt Frieder Berger.

Entstanden ist ein aus rund 100 Karten bestehender Atlas, in dem mehr als 2000 namentlich bekannte Erhebungen des Mittelgebirges, deren Höhen und GPS-Daten enthalten sind. Auf mehr als ein Drittel davon ist er selbst gewandert. Thomas Hasse habe doppelt so viele Höhen mit dem Fahrrad erklommen.

Für das kommende Jahr hat sich Frieder Berger außer der Überarbeitung des ersten Bandes keine weiteren Ziele gestellt. Wünsche hingegen formuliert er schon: "Ich würde mir gern noch einige Höhen des Westerzgebirges ansehen. Doch diese zu erklimmen, ist aufgrund der teilweise großen Höhenunterschiede gar nicht so leicht. Gern würde ich den Špičák/Spitzberg bei Kraslice/Graslitz besteigen." Doch erst einmal will Frieder Berger sein Knie in Ordnung bringen lassen. So wird er vorerst seine Erlebnisse, gern auch mit Interessantem über Anton Günther inklusive dessen Musik, bei Vorträgen und privaten Veranstaltungen erläutern.

"Die Erhebungen des Erzgebirges, Band 4" werden am Freitag, 18 Uhr, im Gasthof Hilmersdorf erstmals vorgestellt. Ab Montag ist der Erzgebirgsatlas in den "Freie Presse"-Shops zum Preis von 23,90 Euro erhältlich.

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