Erzgebirgskrimi: Macher setzen auf Traditionen des Bergbaus

Der zweite Teil der ZDF-Reihe dreht sich um einen Mord in Schneeberg. Dabei spielt der Bergstreittag eine besondere Rolle. Und auch Teresa Weißbach ist wieder mit dabei.

Schneeberg.

Im Gleichschritt marschieren die Musiker des Landesbergmusikkorps durch die Schneeberger Kirchgasse. Doch sie tun nur so, als ob sie spielen. Plötzlich durchbricht ein Schrei die Stille. Zwei Kommissare verfolgen einen Musiker, der flüchten will. Ist er der gesuchte Mörder?

Aktuell laufen die Dreharbeiten für den zweiten Erzgebirgskrimi des ZDF. Noch bis Mitte August wird die Region zur Kulisse für "Tödlicher Akkord". Neben Schneeberg wird an verschiedenen Orten gedreht, darunter auch in Wildenfels, Chemnitz und sogar Karlsbad. "Dort sucht im Film ein Unternehmerpaar einen medizinischen Rat", verrät Mitautor und Co-Produzent Rainer Jahreis. Er ist quasi der Erfinder der neuen Krimireihe, deren erster Teil "Der Tote im Stollen" voraussichtlich im November zur besten Sendezeit im ZDF laufen soll. Dieser wurde im November in Schwarzenberg gedreht.


Wenn die Einschaltquoten für den ersten Film stimmen und der ZDF-Programmdirektor auch mit dem zweiten Teil zufrieden ist, könnten im nächsten Jahr zwei weitere Krimis im Erzgebirge gedreht werden. "Die Bücher dafür liegen schon bereit", sagt Jahreis.

Doch was ist das Besondere dieser Reihe? "Es gibt eine Vielzahl von Krimis, doch ich suche nach der besonderen Handlung, die so nur im Erzgebirge spielen könnte", sagt der Krimi-Experte, der über 100 Folgen der ZDF-Reihe "Soko 5113" produziert und das Format "Soko Leipzig" entwickelt hat. Deshalb dreht sich "Tödlicher Akkord" um ein Bergmannsorchester. "Die traditionellen Paraden finden vor allem im Winter statt. Für die Dreharbeiten ist für uns der Sommer aber günstiger. Deshalb war der Bergstreittag in Schneeberg im Juli ein Glücksfall."

Während des Aufzugs durch die Bergstadt nimmt die Handlung eine dramatische Wendung und der spannende Fall wird durch die beiden Kommissare aufgeklärt. Während Lara Mandoki als Hauptkommissarin Karina Szabo bereits bei "Der Tote im Stollen" mit dabei war, ist Kai Scheve als Hauptkommissar Robert Winkler neu im Team. "Es macht sehr großen Spaß. Bislang war ich häufig der Bösewicht, nun darf ich zum ersten Mal als Kommissar ermitteln", sagt der Schauspieler, der in Erlabrunn zur Welt kam. Und als gebürtiger Erzgebirger kann er seine Rolle auch hervorragend verkörpern. "Der Hauptkommissar kommt zurück in seine alte Heimat, die er vor 25 Jahren aus dramatischen Gründen verließ, da seine Freundin bei einem Unfall starb. Er lebte lange in Bremen und ist ein sehr geradliniger, bodenständiger Typ", verrät Scheve. An jedem Drehtag ist er vor Ort und schärft das Profil seiner Rolle. An den Neuen muss sich die Kollegin erst einmal gewöhnen. "Wir sind in dem Film wie Yin und Yang", sagt Lara Mandoki. Sie fühlt sich im Erzgebirge an ihre Heimat in den bayerischen Alpen erinnert: "Hohe Berge gibt's hier zwar keine, die Region ist aber wunderbar urig", schwärmt sie. Und auch das ganze Filmteam fühle sich im Erzgebirge sehr willkommen.

Für Teresa Weißbach ist der Erzgebirgskrimi ein Heimspiel, denn sie ist in Stollberg aufgewachsen. "Zusammen mit meiner Familie bin ich bei meinen Eltern zu Gast. Ich versuche die drehfreien Tage für Ausflüge zu nutzen und will mich mit Bekannten treffen", sagt sie. Die bekannte Schauspielerin ist immer noch regelmäßig auf Besuch in ihrer Heimat. Ihre Rolle als Försterin scheint ihr wie auf den Leib geschrieben. "Ähnlich wie bei Schauspielern ist dies nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung, die vollen Einsatz verlangt." Sogar einen Hund hat sie für den Dreh bekommen. "Wolke ist ganz toll." Doch nicht nur im Wald muss die Erzgebirgerin ihre Frau stehen, auch im Landesbergmusikkorps darf sie wie vier ihrer Kollegen mitspielen. "Wir sind sogar beim Bergstreittag mitmarschiert. Der Einzug in die St.-Wolfgangskirche war für mich sehr ergreifend", erklärt Weißbach. Der Bergstreittag stellte das Filmteam vor eine besondere Herausforderung. Denn um möglichst viele Original-Szenen zu drehen, begleiteten mehrere Kameras den Aufzug.

Und auch die Musiker des Musikkorps der Bergstadt Schneeberg haben den Schauspielern unter die Arme gegriffen. Schließlich wird im Film eine Musikerin aus ihrem Ensemble ermordet und die Handlung des Krimis dreht sich um das Bergmannsorchester. "An vier Drehtagen waren wir mit dabei. Das hat uns sehr stolz gemacht", sagt Klemens Markert, der seit über 20 Jahren die Posaune bläst.

Besonders viel Wert legt das Filmteam auf Authentizität. So dient das Erzgebirge nicht als Kulisse einer fiktiven Region, sondern alle Orte werden richtig benannt. Sogar was die Polizeiarbeit betrifft, verlässt sich Rainer Jahreis auf die Polizei vor Ort. So werden die Film-Kommissare auch ihre echten Kollegen bei der Polizeidirektion in Chemnitz besuchen. Und Polizeisprecherin Jana Ulbricht durfte bereits im Vorfeld das Drehbuch lesen: "Die Lektüre war sehr kurzweilig und spannend." Und wer ist der Mörder? "Natürlich weiß das die Polizei, aber ich darf es nicht verraten." Vielleicht haben die zahlreichen Schneeberger eine Ahnung, die als Statisten bei den Dreharbeiten dabei sein dürfen. Für alle anderen heißt es geduldig sein und warten, bis im Frühjahr 2020 im ZDF der "Tödliche Akkord" erklingt.

 

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