Fällt das Blasmusikfestival in diesem Jahr Corona zum Opfer?

Am heutigen Samstag hätte das Bergmannsblasorchester Aue-Bad Schlema sein traditionelles Frühjahrskonzert im Kulturhaus Aktivist gegeben und wäre da erstmals unter seinem neuen Vereinsnamen aufgetreten. Aufgrund der strengen Einschränkungen ist das aber nicht möglich.

Aue-Bad Schlema.

Nach 25 Jahren ändert das Bergmannsblasorchester Kurbad Schlema seinen Namen und reagiert damit auf die Fusion der Stadt Aue mit dem Kurort Bad Schlema. Seit Ende März ist es amtlich und im Vereinsregister eingetragen: "Bergmannsblasorchester Aue-Bad Schlema e.V.".

Die Umbenennung wurde bereits im November beschlossen, zur Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern des Musikvereins. Dieser wurde 1967 gegründet, als "Vereinigtes Blasorchester Wismut Aue". Dort war damals die Generaldirektion des weltweit größten Uran-Bergbauunternehmens. Die Instrumente des Betriebsorchesters wurden 1990 vom neu gegründeten Verein "Blasorchester der Stadt Aue" übernommen. Mitte der 90er-Jahre fand das Orchester sein neues Zuhause im Kulturhaus Aktivist und heißt seitdem "Bergmannsblasorchester Kurbad Schlema". Durch die Fusion des Kurortes mit der Nachbarstadt ergab sich nun die Gelegenheit, auch Aue wieder mit im Namen zu tragen. Präsident Thomas Schaumberger: "Damit schließt sich der Kreis in unserer über 50-jährigen Geschichte. Außerdem wollen wir mit der Umbenennung auch nach außen tragen, dass wir stolz sind, das Blasorchester für die größte Stadt im Erzgebirge zu sein." Im Kurort veranstaltet der Musikverein jährlich auch das weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus bekannte Internationale Musikfest, das Europäische Blasmusikfestival.

1992 als Vereinsfest ins Leben gerufen, kommen die Orchester inzwischen sogar aus Asien (Japan), Südamerika (Kolumbien) oder Australien in die Blasmusikarena nach Bad Schlema. Wie jedes Jahr am dritten Septemberwochenende soll in diesem Jahr bereits die 29. Auflage starten. Die Orchester stehen bereits fest. Aus elf Nationen werden sie anreisen. "Wir haben für dieses Jahr auf vielfachen Wunsch wieder ein Orchester aus Schottland eingeladen. Aber auch aus der Ukraine oder den Niederlanden sollen Musiker anreisen. Alles Länder, die im vergangenen Jahr nicht dabei waren", freut sich Anke Dolling, die Eventmanagerin des Bergmannsblasorchesters Aue-Bad Schlema. Auch die großen Sponsoren, der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen oder der Tourismusverband Erzgebirge haben ihre Unterstützung bereits zugesagt.

Doch wegen der Corona-Pandemie sind bis 31. August alle großen Veranstaltungen abgesagt, vorerst. Noch kann keiner sagen, wie es danach weitergehen kann mit Konzerten und Festivals. Für die Organisatoren des Europäischen Blasmusikfestivals eine Zwickmühle: "Wir müssen jetzt überlegen, wie viel Energie wir noch in die Organisation stecken. Musik kennt keine Grenzen, heißt es ja so schön, aber derzeit ist noch unklar, ob die Orchester aus elf verschiedenen Ländern überhaupt anreisen dürfen", sagt der Medienbeauftragte Mario Unger. Aus jetziger Sicht werde Mitte September eine Veranstaltung mit insgesamt 20.000 Besuchern an einem Wochenende nicht genehmigt. Dies hat das Organisationsteam erfahren von Heinrich Kohl, dem Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema. "Auf der anderen Seite hat sich die Lage bis Mitte September vielleicht auch wieder entspannt und die Menschen wollen endlich wieder feiern", hofft Thomas Schaumberger.

"Noch hat der Musikverein zum Glück kaum Geld ausgegeben", ist Schatzmeisterin Jana Beyer aufgrund der aktuellen Lage erleichtert. Das Organisationsteam will Vertragsabschlüsse, etwa mit dem Zeltverleiher, der Securityfirma und den Hotels bis Mitte Juni hinausschieben. Dann soll aufgrund der aktuellen Lage über das Europäische Blasmusikfestival entschieden werden, das aus jetziger Sicht vom 18. bis 20. September gefeiert werden soll. (tjm)

www.blasmusikfest.eu

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