Fan drückt dem 1. FC Köln und den Veilchen die Daumen

Lothar Hochmuth liebt Fußball - und ausgefallene Aktionen. Ein rot-weiß geschmückter Geißbock im Auer Stadion brachte ihm aber keine Freunde.

Aue/Köln.

Er ist wohl einer der treuesten, aber sicher einer der verrücktesten Fans des 1. FC Köln überhaupt: Lothar Hochmuth reist aus dem Erzgebirge zu jedem Heimspiel seiner geliebten Geißböcke an. Zu Hause in Oelsnitz setzt sich der inzwischen 75-jährige Kölner Glücksbringer in seinen BMW, zieht ein FC-Trikot an, bindet einen Vereinsschal um - und dann geht's über fast 600 Kilometer an den Rhein ...

"Ich liebe den FC, die Stimmung im Stadion ist einzigartig in Deutschland. Jetzt, wo wir in der Spitzengruppe stehen, macht die lange Reise noch mehr Freude", so der ehemalige Bergmann, der 40 Jahre im Aachener Kohlerevier arbeitete und in Niederzier im Kreis Düren wohnte, wo er sich ein Häuschen baute.

Hochmuth: "Mit 16 Jahren bin ich mutterseelenallein von meinem Heimatort Oelsnitz ins Aachener Kohlerevier gezogen, habe auf der Zeche Maria in Alsdorf meine Ausbildung gemacht und dann viele Jahre unter Tage malocht. In dieser Zeit bin ich immer zum 1. FC Köln gefahren. Nach knochenharter Arbeit in der Grube war es für mich die schönste Freude und Abwechslung, die Geißböcke spielen zu sehen."

Der Bergmann, der als Rentner wieder in seine geliebte Heimat, ins Erzgebirge, zog, wurde auch zum Glücksbringer der Kölner. Als der FC 2008 mit Trainer Christoph Daum, der übrigens auch in Oelsnitz aufwuchs und sich mit Hochmuth anfreundete, in Aue den Wiederaufstieg in die Bundesliga klarmachte, kam Hochmuth mit einem rot-weiß geschmückten Geißbock ins Auer Stadion. Das brachte den Kölnern tatsächlich Glück, der FC holte den fehlenden Punkt und stieg auf. Daum bedankte sich bei seinem Landsmann: "Das hast du gut gemacht!" In Aue bekam Hochmuth danach natürlich Geißbock-Verbot. "Trotzdem drücke ich neben meinem FC natürlich auch Erzgebirge Aue weiter kräftig die Daumen", so der 75-Jährige. "Es ist doch mein Heimatverein, wo ich als Jugendlicher gekickt habe. Die Veilchen werden immer in meinem Herzen sein. Ich hoffe, sie holen die nötigen Punkte zum Klassenerhalt."

Für Lothar Hochmuth, der übrigens auch bei den Veilchen in Aue schon seit vielen Jahren eine Dauerkarte besitzt, wäre es das Schönste, wenn beide Clubs weiter für Furore sorgen könnten.

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