Fehlende Werbung für WM erhitzt Gemüter

Bürger und Räte fordern bessere Vermarktung des Saisonhöhepunktes

Oberwiesenthal.

Die Tagesordnung mit ihren Beschlussvorlagen ist im Prinzip abgearbeitet gewesen. Zur Stadtratssitzung in Oberwie-senthal lag zu vorgerückter Stunde eigentlich nur noch der Punkt Bürgerfragestunde vor dem Gremium und den Besuchern. Doch der hatte es dann mächtig in sich. Nachdem Hotelier Hans Pankl quasi die Lunte gelegt hatte, wurde sich im Saal teils in Rage geredet. Das brisante Thema: die fehlende Werbung in der Stadt für die in drei Monaten am Fichtelberg stattfindende Nordische Ski-Weltmeisterschaft der Junioren (JWM) vom 28. Februar bis zum 8.März 2020.

"Noch nicht einmal auf der Startseite der Internetpräsentation der Stadt findet man etwas zur JWM, kein Logo, nichts. Wissen Sie überhaupt, dass dieses Ereignis stattfindet?", fragte Pankl Bürgermeister Mirko Ernst (FDP). "Diese Fragestellung ist schon sehr provokativ", konstatierte daraufhin das Stadtoberhaupt. Ernst ließ den Hotelier dennoch wissen, dass für das gesamte Marketing für den Saisonhöhepunkt der Wintersportclub (WSC) Erzgebirge Oberwiesenthal die Hauptverantwortung trägt. "Er verwaltet das Budget, steht in enger Abstimmung mit dem Tourismusverein Erzgebirge, dem Landratsamt und der Sächsischen Staatskanzlei", sagte Ernst. Seinen Worten zufolge sei alles auf einem guten Weg. Vonseiten der Stadt werde es marketingtechnisch keine Alleingänge geben. Man könne gern über ergänzende Maßnahmen reden. Aber auch die müssten mit dem Verein entsprechend abgestimmt werden.

Stadtrat Lutz Heinrich (Fraktion Einz) verlangte, dass ab jetzt und bis zur Nachwuchsweltmeisterschaft zu jeder Ratssitzung ein Vertreter des WSC anwesend ist, um Fragen zu beantworten und über den Stand der Vorbereitung zu berichten. Wenn die JWM nicht der erhoffte Erfolg wird, heißt es am Ende nicht, der WSC ist schuld, sondern die Stadt hat versagt, so Heinrich sinngemäß.

Rat Jens Benedikt (Einz) gab zu bedenken, dass der WSC nicht alles machen kann. "Der ist als Verein mit den ganzen Aufgaben hoffnungslos überlastet", so Benedikt. Und Erik Schulze (CDU) meinte, dass sich die Stadt nicht ausreichend mit der JWM schmücke. "Das stimmt so nicht. Da haben Sie zu wenig Einblick in die Sache", entgegnete der Bürgermeister. "Vielleicht - aber so ist die Wahrnehmung der Bürger in der Sache", schallte es zurück.

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