Flaggen-Entwurf stößt auf Kritik

Drei Farben soll das neue Banner von Aue-Bad Schlema zeigen. Für das Sächsische Staatsarchiv ist das offenbar eine zu viel. Und nun?

Aue-Bad Schlema.

Die Fusion von Aue und Bad Schlema ist zwar mittlerweile fast zwei Jahre her, beschäftigt die Stadtverwaltung aber immer noch. So beispielsweise in Sachen Wappen und Flagge. Weil sich nach dem Zusammenschluss die beiden alten Embleme nicht gleichberechtigt verwenden ließen, da laut Rathaus nur eins abgedruckt werden darf, hatte sich die Große Kreisstadt entschieden, ein neues Wappen und ein neues Banner erstellen zu lassen, die sowohl Aue als auch Bad Schlema berücksichtigen.

Nach vielen Monaten einigten sich die Stadträte schließlich im August dieses Jahres auf den Entwurf, den nun das Sächsischen Staatsarchiv unter die Lupe genommen hat. Das Ergebnis: Vor allem bei den Farben der Flagge gibt es wohl noch Diskussionsbedarf. Statt wie bisher geplant drei waagerechte Streifen in den Farben Silber, Blau und Gold sollte die Stadt besser nur zwei Farben verwenden, wie es für Kommunalflaggen üblich ist. Das bestätigt Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU). Einen Grund, wegen der Kritik etwas zu ändern, sieht er aber nicht. Denn: Der Grundsatz der Zweifarbigkeit einer Kommunalflagge sei in keiner Rechtsgrundlage festgeschrieben, erklärt er.

Die Verwaltung empfiehlt den Stadträten von Aue-Bad Schlema für ihre kommende Ratssitzung, die am heutigen Mittwoch stattfindet, deshalb, die Stellungnahme des Staatsarchivs zur Kenntnis zu nehmen, den bisherigen Flaggenentwurf in Sachen Farben jedoch nicht zu ändern. In der Beschlussvorlage heißt es: Die neue Flagge solle die Vereinigung auf Augenhöhe widerspiegeln. Denn mit den drei gewählten Farben greift man die bisherigen Banner auf - in Aue mit einer gelb-blauen Flagge, in Bad Schlema mit einer weiß-blauen.

"Warum sollten wir eine Farbe weglassen?", fragt OB Kohl. "Das ist für die Identität wichtig." Und außerdem gebe es bereits Beispiele für dreifarbige Flaggen auf Kommunalebene, nach Angaben der Stadtverwaltung unter anderem mit Augsburg, Aschaffenburg und Frankfurt/Oder.

Das Staatsarchiv will sich zu seiner Stellungnahme auf Nachfrage nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, in dem man nur als Gutachter tätig sei. Tatsächlich muss nach einem möglichen Beschluss des Stadtrats nun die Rechtsaufsichtsbehörde entscheiden. Gibt die ihren Segen, könnte die Stadt Wappen und Banner vielleicht ab Anfang 2021 verwenden. Und wenn die Behörde die drei Farben in der Flagge ablehnt? Auch dafür hat OB Kohl bereits einen Plan: "Dann klagen wir eben."

Der Stadtrat tagt am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr im Foyer des Auer Kulturhauses. Die Sitzung ist öffentlich.

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