Floriansdorf am Filzteich soll Kinder vor Gefahren warnen

Für eine neue Anlage auf dem Gelände des Kinder- und Jugenderholungszen-trums ist jetzt Baustart. Zwei Kommunen und zwei Landkreise ziehen bei diesem Projekt an einem Strang.

Schneeberg.

Auf dem Gelände des Kinder- und Jugenderholungszen-trums "Am Filzteich" (Kiez) entsteht ein Floriansdorf. Der offizielle Baustart ist am Wochenende vollzogen worden. Insgesamt 850.000 Euro werden investiert. Fördermittel gibt es 143.000 Euro über die Lea- der-Region Westerzgebirge sowie 453.000 Euro vom Land Sachsen.

Doch was ist ein Floriansdorf überhaupt? Das Ganze läuft unter der großen Überschrift Sicherheits- und Brandschutztraining für Kinder. "Wir bilden aber keine kleinen Brandschutzhelfer aus, sondern wir wollen Kindern Gefahren darstellen, die ihnen tagtäglich begegnen können. Es geht also um Allgefahren-Prävention", erklärt Kiez-Geschäftsführer Frank Löffler. Der Besuch des künftigen Floriansdorfes ist für eine dreitägige Schul- und Klassenfahrt ausgelegt. Es soll allerdings auch Tagesveranstaltungen für Kindergärten und Grundschulklassen aus der Umgebung geben.


Geplant sind insgesamt neun Gebäude. Im ersten Bauabschnitt werden drei Häuser errichtet - und zwar das Feuermuseum, die Feuerwache mit Rettungsleitstelle sowie das Haus der Gefahren und Rettung, erläutert Löffler. Später folgen Krankenhaus, Polizeistation, Dorfschule und Rathaus. Das alles natürlich im Kleinformat. Hinzu kommt dann zum Beispiel noch ein Haus der Sinne. Warum man sich für das Floriansdorf entschieden hat? "Wir sind grundsätzlich immer auf der Suche, um unser Spektrum und unsere Angebote zu erweitern", sagt Löffler.

Den Anstoß, über ein Floriansdorf nachzudenken, habe vor ziemlich genau drei Jahren der Johanngeorgenstädter Gottfried Zehrmann gegeben. Er hatte Kontakte nach Karlsbad zum dortigen Rettungszentrum. Laut Löffler habe man sich Karlsbad angeschaut sowie dann auch Iserlohn in Nordrhein-Westfalen, wo ein solches Dorf bereits steht. "Wir waren sozusagen Feuer und Flamme, haben die Idee geboren, ein eigenes Floriansdorf zu bauen", berichtet Löffler. Der Name ist angelehnt an Florian, den Schutzpatron der Feuerwehrleute. In der Bundesrepublik wird Schneeberg nun das vierte Floriansdorf und nach dem Kiez "Frauensee" im brandenburgischen Gräbendorf das zweite in Ostdeutschland.

Da das Kiez "Am Filzteich" sowohl auf Schneeberger als auch auf Hartmannsdorfer Flur liegt, sind beide Kommunen sowie der Erzgebirgskreis und der Landkreis Zwickau involviert. Alle ziehen an einem Strang, obwohl es wegen der Bürokratie nicht immer leicht ist. "Wir hatten auch harte Zeiten, in den wir überlegt haben, ob wir das Projekt überhaupt stemmen können. Doch durch ein gutes Miteinander haben wir mit einem Fördermittelmix einiges auf die Beine gestellt", so Kerstin Nicolaus, die Bürgermeisterin von Hartmannsdorf.

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