Forst: Wanderer im Wald willkommen

Der Staatsbetrieb Sachsenforst und zwei Kommunen wollen ihre Kräfte für einen sanften Tourismus im Wald bündeln. Bislang kochte jeder eher sein eigenes Süppchen.

Schönheide.

Mitten im Wald, an der sogenannten Sieben-Wege-Kreuzung, haben am Samstag Eric Dietrich für die Gemeinde Stützengrün, der Amtsverweser von Schönheide, Eberhard Mädler, und Stephan Schusser, der Leiter des Forstbezirks Eibenstock, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Der offizielle Akt war eingebettet in eine Wanderung, in der die Teilnehmer mehr zur aktuellen Situation des Waldes erfahren haben.

"Nach Stützengrün und Schönheide gibt es schon lange gute Verbindungen", sagt der Forstbezirksleiter. Zudem habe dieser Bereich viele touristische Schwerpunkte. Stellvertretend nennt Schusser den Kuhbergturm und den Carola-Stausee. "Auch ist das Wanderwegenetz gut ausgebaut. "Wir haben zirka 70 Kilometer, wenn man Schönheide und Stützengrün zusammenrechnet." Dietrich Möckel, Wanderleiter des Erzgebirgischen Heimatvereins Schönheide, weiß, dass die Nachfrage nach Touren groß ist. So bietet er regelmäßig Wanderungen für die Gäste des Hotels "Zum Forstmeister" an. "Unsere Schönheider Wandergruppe geht alle 14 Tage ihre Runde", so Möckel, der sich auch um die Ausschilderung der Wanderwege kümmert. Überhaupt sei Wandern ganz oft der Grund, warum Urlauber sich fürs Erzgebirge entscheiden.


Er begrüßt die Kooperation zwischen den Kommunen und dem Sachsenforst sehr. Denn ihr Ziel ist es, die Kräfte zu bündeln und die Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Das Hauptproblem war bisher nämlich, dass im Wald quasi jeder sein eigenes Süppchen gekocht hat. Die einen schilderten aus, andere bauten Bänke auf, und wieder andere sind für die Waldpflege zuständig. Der Forst habe großes Interesse daran, sanften Tourismus an den richtigen Hot-Spots, wie sie Schusser nennt, zu fördern. Als Beispiel nennt er die Talsperre Eibenstock. "Dort haben wir 20 Sichtschneisen angelegt", sagt er. Deren Pflege nehme viel Zeit in Anspruch, die seine Mitarbeiter aber gern investieren. Parallel zu den Kooperationsvereinbarungen stellt der Forst Bänke und Sitzgruppen auf. "Diese stammen aus unserer eigenen Werkstatt und werden von unseren Lehrlingen gefertigt", erklärte Schusser. Nachdem in Lauter eine neue Bank und ein neuer Tisch gestohlen wurden, ergreift man nun zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie die Verankerung der Möbel und ein eingefräster Schriftzug. In anderen Forstbezirken wurden damit gute Erfahrungen gemacht.

Schönheides Amtsverweser Eberhard Mädler verweist auf eine andere positive Tatsache. Denn erstmals hat der Forstbezirk Eibenstock den Wald quasi inventarisiert. GPS-Daten, Fotos und Zustand wurden dokumentiert und in eine Datenbank eingepflegt. "Es ist einfach wichtig, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und alle Aktivitäten zusammenführen", sagt Schusser.

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