Frauen stricken an Integration

Der Verein Help lädt Frauen aus Aue, deutsche wie ausländische, zum Treff ein. Ein Jahr lang verfolgten sie ein Kunstprojekt.

Aue.

Das Projekt "Kunst baut Brücken", das der Verein Help Aue über ein Jahr lang mit ausländischen und deutschen Frauen und Kindern geführt hat, ist abgeschlossen. Gestern wurde in der Begegnungsstätte "Auer Brücke" das vorgestellt, was in Workshops entstanden ist: Die Teilnehmerinnen haben gemalt, gestrickt, gehäkelt, gestickt und genäht. Die Kinder haben unter Anleitung einer angehenden Kunstpädagogin einen Comic hergestellt.

Eigentlich hatte Elisabeth Stiehler vom Verein Help, die das Projekt koordinierte, damit gerechnet, dass zur Präsentation einiges von den handwerklichen Produkten versteigert werden würde. Doch es fehlte einfach an Besuchern. Für Nichtwissende sind die Räume der "Auer Brücke" schwer zu finden, auch wenn sie eigentlich mitten in der Stadt liegen. Es sind Räume der Diakonie Aue/Schwarzenberg, die der Verein für seinen wöchentlich stattfindenden interkulturellen Frauentreff nutzt. Deren Teilnehmerinnen - ihre Heimatländer sind Afghanistan, Syrien, Ägypten und Brasilien - wurde das Angebot der Workshops unterbreitet. Die notwendige Finanzierung dafür kam aus dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das Projekte zur Integration im ländlichen Raum unterstützt.

"Die Frauen haben alle Ideen und Anregungen aus ihrem eigenen Kulturkreis eingebracht, zum Beispiel Muster. Sie waren kreativ und sehr zielstrebig", erklärt Elisabeth Stiehler. Fariba Mirzai aus Afghanistan beispielsweise hat Stickereien für Festtagsgewänder gestickt. Halleh Al Mohaimed aus Syrien hat sich besonders auf die Arbeit an der Nähmaschine gefreut. Wie sich herausstellte, war das Nähen in ihrer Heimat Syrien ihr Beruf. "Neben der Arbeit in den Workshops war es uns wichtig, eine Möglichkeit zu schaffen, dass die Frauen auch mal unter sich sein können", sagt Elisabeth Stiehler. Zudem förderte das Zusammensein im Frauentreff das Lernen der deutschen Sprache. Denn bei Dari, Arabisch, Französisch oder Portugiesisch als Muttersprache mussten die Frauen am Ende einen gemeinsamen Nenner finden, um sich untereinander verständigen zu können. Und der heißt Deutsch.

Das geförderte Projekt ist jetzt zu Ende gegangen. Elisabeth Stiehler hofft, eine Anschlussfinanzierung zu finden und die Workshops im Oktober weiterführen zu können. Beantragt wurde eine Förderung über das Programm Integrative Maßnahmen im Freistaat Sachsen. Bei einer Veranstaltung am 25. November im Bürgerhaus Aue sollen die Arbeiten aus dem Projekt "Kunst baut Brücken" noch einmal vorgestellt werden. Wer will, kann sich dort auch das eine oder andere davon kaufen.

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