Frauenfußball ist auch in Schönheide ein Thema

Für die Anerkennung des Sports hat eine 30-Jährige bei der Feier zu 90 Jahre Fußball in Schönheide geworben. Sie selbst kickte auf dem grünen Rasen.

Schönheide.

Die Weltmeisterschaft im Frauenfußball ist zu Ende, und eine junge Frau in Schönheide hat aus einem besonderen Grund das Geschehen und speziell das Abschneiden des deutschen Teams interessiert verfolgt: Stefanie Löschner. Für die 30-Jährige begann die Fußball-Karriere vor über 20 Jahren. Zum Fußball gekommen ist Stefanie Löschner 1998 in Schönheide: "Damals war ich das einzige Mädel im Team und war relativ schnell auch Kapitän der Mannschaft", erzählt sie. Bis zur C-Jugend spielte sie in Schönheide. Da es ab der B-Jugend keine gemischten Mannschaften mehr gibt, nahm die Schönheiderin ein Angebot vom FC Erzgebirge Aue an und spielte von 2002 bis 2004 in Aue im zentralen Mittelfeld. Sie war Kapitänin. Dann ist die junge Frau in die Bezirksauswahl Chemnitz berufen worden und spielte in der Landesauswahl Sachsen.

Als die Entscheidung anstand, den Sprung ganz zum Fußball zu wagen oder sich beruflich auszurichten, entschied sie sich fürs Studium. "Ich habe erst einmal zwei Jahre Pause eingelegt. Durch das duale Studium war ich viel unterwegs", erzählt Löschner. 2008 bis 2015 spielte die Schönheiderin beim VfB Auerbach, zeitweise in Spielgemeinschaft mit Jößnitz. Dann kam 2015 die Idee, in den Heimatverein nach Schönheide zurückzukehren und eine Frauen-Mannschaft zu gründen. Seitdem spielen die Schönheider Mädels in der Vogtlandliga, weil es eine solche Liga im Erzgebirge nicht gibt. "Wir sind ganz gut unterwegs", freut sich Stefanie Löschner. Sie selbst ist Spielertrainerin neben zwei weiteren Trainern. "Wir sind stolz, dass wir als Frauen-Mannschaft in die Geschichte des Vereins eingehen", sagte sie im Rahmen einer Talkrunde aus Anlass der Feier zu 90 Jahre Fußball in Schönheide. Mitgebracht hatte sie dazu auch ihre ersten Fußballschuhe.


Dass die deutschen Fußballerinnen das Halbfinale verpasst haben, bedauert sie, betont aber: "Es geht mir nicht nur ums Fußballerische. Es ist aus meiner Sicht im Allgemeinen unheimlich wichtig, dass der Frauen-Fußball mehr Anerkennung bekommt." Bereut habe sie es nie, sich für das Studium entschieden zu haben, auch wenn der Abschied vom Fußball in den ersten zwei Jahren mit Wehmut verbunden gewesen sei. Heute ist Stefanie Löschner als selbstständige Unternehmensberaterin und Dozentin tätig.

Im August startet wieder das Training der Schönheider Frauen-Mannschaft. In der Liga wolle man allerdings erst einmal für eine Saison aussetzen. "Wir haben viele junge Mädels im Team, die mit dem Schulabschluss und der Ausbildung zu tun haben", begründet Stefanie Löscher. Als Mannschaft will man zusammenbleiben. Das Ziel sei, in der darauffolgenden Saison wieder in den Liga-Betrieb einzusteigen.

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