Für Sanierung des Winkler-Clubs greift Stadt tief in die Tasche

Nach Jahren der Debatte will das Auer Rathaus das Objekt jetzt aufmöbeln. Für eine andere stadt- bekannte Immobilie auf dem Eichert gibt es indes keine guten Neuigkeiten.

Aue.

Der Daumen für den früheren Clemens-Winkler-Club in Aue zeigt nach oben: Für rund 2,4 Millionen Euro soll das unter Denkmalschutz stehende Gebäude an der Schneeberger Straße zum Standesamt umgebaut werden. Das hat der Stadtrat von Aue-Bad Schlema in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen.

"Wir müssen jetzt mit dem Gebäude etwas machen", hatte Bauamtsleiter Immo Rother im Vorfeld des Votums geworben. Zwar sei die Immobilie insgesamt in einem guten Zustand, zuletzt hätten sich aber Bauteile gelöst. Erst im Juni brach zudem ein Teil des Anbaus ein.

Wie sich der alte Winkler-Club künftig konkret nutzen lässt, kann laut Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) noch diskutiert werden: "Das Standesamt ist nicht die einzig denkbare Lösung." Nicht ganz ernst gemeint, erinnerte er an den alten Vorschlag, in dem Gebäude ein Titanic-Museum zu eröffnen.

Für den Erhalt des Winkler-Clubs hatte sich der Stadtrat in der Vergangenheit mehrfach ausgesprochen. Auch diesmal hielt die Mehrheit der Räte an dieser Auffassung fest. Falk Schellenberger (Freie Wähler) sagte: "Man kann nicht alles abreißen." Claudia Ficker (SPD) erklärte: "Ich kann die Pläne nur begrüßen. Wir sollten es jetzt endlich angehen." Und Heide-Marie Bamler (Linke) sagte dazu: "Das Gebäude muss erhalten bleiben."

Eher kritisch zu Wort meldete sich hingegen Konrad Barth (Wabs). Das Haus zu sanieren, warnte er, sei "ein unwahrscheinlicher Kostenaufwand". "Wir sollten uns nicht übernehmen, wir haben auch noch den Wellner-Bau." Laut Stadtverwaltung kommen auf die Kommune abzüglich Fördergelder Kosten in Höhe von rund 800.000 Euro zu. Thomas Colditz (CDU), der das Projekt begrüßte, erklärte deshalb mit Blick auf weitere Vorhaben: "Wir werden in Zukunft auch die Kraft haben müssen, Nein zu sagen." Und dieser Moment kam schneller als gedacht: Die alte Heidelsbergschule auf dem Eichert - im August bei einem Brand schwer beschädigt - soll abgerissen werden. Auch das entschieden die Räte in der Sitzung am Dienstag.

Eine Sanierung für fast eine Million Euro oder der Bau eines Behelfsdachs stünden in keinem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis, hieß es aus dem Rathaus. Zumal ein potenzieller Investor für das Gebäude bereits kurz nach dem Brand abgesprungen war. OB Kohl erklärte dazu: "Uns bleibt trotz weinenden Herzens nichts anderes übrig."

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